Rothenburgsort

Wohnungen dürfen nach Bunker-Brand betreten werden

Das Feuer im ehemaligen Hochbunker in der Marckmannstraße sorgte für dichten Rauch. Die umliegenden Wohngebäude mussten evakuiert werden

Das Feuer im ehemaligen Hochbunker in der Marckmannstraße sorgte für dichten Rauch. Die umliegenden Wohngebäude mussten evakuiert werden

Foto: André Zand-Vakili

Das Gebäude an der Marckmannstraße ist nach der Explosion wieder statisch sicher und darf saniert werden. Rückkehr der Mieter ungewiss.

Hamburg. Bei dem schweren Brand in dem Hamburger Hochbunker an der Marckmannstraße waren vor einer Woche Wohngebäude beschädigt worden. Zahlreiche Wohnungen wurden evakuiert. Bis jetzt war die Zukunft der Gebäude in Rothenburgsort ungewiss. Doch nun haben Experten grünes Licht gegeben: Die Häuser gelten als statisch sicher. Auch Stichproben der Raumluft aus verschiedenen Wohnungen sprechen nun nicht mehr gegen das Betreten der Wohnungen. Daher werden vom Eigentümer nun Firmen mit der Brandsanierung beauftragt. In einem ersten Schritt werden die zerstörten Türen und Fenster ersetzt und die Treppenhäuser gereinigt. Bis dies abgeschlossen ist, wird die Polizei vor Ort sein. Wann die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren können, wird jedoch erst in den nächsten Tagen feststehen.

Auch der Hochbunker selbst darf nun von Experten unter Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen wieder betreten werden: Aufgrund der letzten Luft- und Schadstoff-Messdaten wurde dies in einer behördenübergreifenden Sitzung im Bezirksamt Hamburg-Mitte am Dienstag entschieden. Die Temperaturen im Innern des Bunkers liegen immer noch zwischen 19 und 37 Grad.

Die Brandermittler des Landeskriminalamtes haben bereits am Dienstagmorgen mit den Untersuchungen begonnen, die Aufschluss über die Brandursache geben sollen. Mit ersten Ergebnissen sei in den nächsten Tagen zu rechnen. In dem Hochbunker wurden zum Zeitpunkt des Brandes etwa 70 Tonnen ätherische Öle gelagert, die durch die Hitze teilweise freigesetzt wurden. Auch Schadstoffe durch die Verbrennung wurden in der Luft im Bunker nachgewiesen. Um eine weitere Belastung der Luft zu verhindern, wird derzeit an einem Sanierungskonzept gearbeitet: Dieses sieht in einem ersten Schritt vor, die Lüftungsöffnungen des Bunkers zu verschließen und danach den Bunker zu räumen. Die Stadtreinigung Hamburg hat die Marckmannstraße im Bereich der Unglücksstelle bereits feucht gereinigt.

Überprüfung aller Hochbunker ist kompliziert

Neben dem Bunker in Rothenburgsort hatte es in der Nacht zu Sonnabend eine heftige Explosion in einem Hochbunker in Bahrenfeld gegeben. Im Gebäude lagerten 5,5 Tonnen Pyrotechnik. Aus diesem Grund wollen die Behörden eine Überprüfung aller weiteren Hochbunker in Hamburg durchsetzen. Diese gestaltet sich jedoch als schwierig und zeitaufwendig. Noch ist nicht klar, wann eine komplette Liste der Hamburger Bunker vorliegen wird, sagte Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde, am Dienstag. Die Bestandsaufnahme sei kompliziert, weil sich ein Teil der Bauten in Privatbesitz befinde, die übrigen dem Bund gehörten oder dem Zivilschutz unterstünden.

Insgesamt gibt es rund 700 Bunker in Hamburg, davon 60 Hochbunker und 200 Bunker für den Zivil- und Katstrophenschutz. Bisher war lediglich von 30 Hochbunkern in Hamburg die Rede. Bei gewerblich genutzten Bunkern, vor allem wenn dort Gefahrstoffe gelagert werden, sollen die Sicherheitsstandards überprüft werden. Das vereinbarten am Dienstag Vertreter der Bezirke und der Feuerwehr bei einem Treffen in der Innenbehörde.