Kindeswohlgefährdung

Hamburger Jugendämter sehen mehr als 1000 Kinder gefährdet

In drei Viertel der Fälle fanden sich Anzeichen für Vernachlässigung. Meist meldeten Polizei oder Staatsanwaltschaft die Gefährdung.

Hamburg. Die Hamburger Jugendämter haben im vorigen Jahr 1002 gefährdete Kinder registriert. In drei Vierteln der Fälle fanden sich Anzeichen für Vernachlässigung, wie das Statistikamt Nord am Dienstag in Hamburg mitteilte. Weitere Ursachen einer Gefährdung waren Hinweise auf körperliche Misshandlungen (15 Prozent), psychische Misshandlungen (14 Prozent) und sexuelle Gewalt (fünf Prozent).

In 65 Prozent der Fälle meldeten Polizei, Gerichte oder Staatsanwaltschaft die Gefährdung. Weitere Hinweise gingen anonym (zehn Prozent) oder von Kindertagesstätten und Schulen (acht Prozent) ein. Insgesamt wurden 1801 Verfahren zur Einschätzung einer Gefährdung abgeschlossen. In 403 Fällen erwies sich der Verdacht als unbegründet. Bei 22 Prozent (396) lag keine Kindeswohlgefährdung vor, es bestand aber dennoch Hilfebedarf.