Hamburg

Deutsche Triathlon-Staffel verpasst WM-Medaille knapp

Die Teams aus Frankreich (Mitte), Australien (links) und Großbritannien (rechts) jubeln bei der Siegerehrung

Die Teams aus Frankreich (Mitte), Australien (links) und Großbritannien (rechts) jubeln bei der Siegerehrung

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Die deutsche Staffel hat beim Triathlon in Hamburg wegen einer Zeitstrafe knapp eine Medaille verpasst und wird Vierter.

Hamburg. Das WM-Heimspiel endete für die deutschen Triathleten mit viel Pech. Durch eine Zeitstrafe verpassten Laura Lindemann, Justus Nieschlag, Rebecca Robisch und Gregor Buchholz am Sonntag in Hamburg als Vierte knapp eine Weltmeisterschafts-Medaille in der Mixed-Staffel. Eine von Robisch verursachte Zehn-Sekunden-Strafe wegen eines nicht rechtzeitig geschlossenen Fahrradhelms konnte Schlussmann Buchholz trotz einer starken Laufleistung nicht mehr ausgleichen.

Nach 4 x 300 Meter Schwimmen, 6,6 Kilometer Radfahren und 1,6 Kilometer Laufen lag das Quartett der Deutschen Triathlon Union nur acht Sekunden hinter dem Bronzerang. Weltmeister in dem Teamwettbewerb, der möglicherweise 2020 in Tokio zum olympischen Programm zählen soll, wurde Frankreich vor Australien. Die Briten profitierten vom Penalty der Deutschen und holten sich noch den dritten Rang.

Der Mutmacher für die Mannschaft vor den vorolympischen Testwettkämpfen in zwei Wochen in Rio blieb damit aus. Schon in den Sprintrennen am Sonnabend hatten sich die Hoffnungen auf den ersten Podiumsplatz eines deutschen Triathleten in der WM-Saison trotz der Anfeuerung von 150.000 Zuschauern nicht erfüllt.

Immerhin wurde das Minimalziel von drei Top-Ten-Plätzen erreicht: Die erst 19-jährige Laura Lindemann (Potsdam) als Siebte und Rebecca Robisch (Saarbrücken) als Zehnte überzeugten ebenso wie der 23-jährige Nieschlag aus Lehrte, der als Zehnter nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern auf dem Rad und 5 Kilometern Laufen ins Ziel kam. Nieschlag ist als 16. auch bester Deutscher in der Gesamtwertung. Bei den Frauen rangiert Robisch an zehnter Stelle.

Sieger bei den Männern wurde der Franzose Vincent Luis, der den Titelverteidiger und Gesamtersten Javier Gomez aus Spanien hinter sich ließ. Weltmeisterin Gwen Jorgensen aus den USA feierte saisonübergreifend ihren elften Erfolg nacheinander und den fünften in diesem Jahr. Nur in Kapstadt war sie nicht am Start.

Die anderen Deutschen enttäuschten im siebten von zehn Rennen der World Triathlon Series. Der Saarbrücker Buchholz belegte Rang 18, auch Teamkollege Steffen Saarbrücken blieb als 27. hinter den Erwartungen. Bei den Frauen reichte es für die frühere WM-Zweite Anne Haug (Bayreuth) nur zum 15. Platz, Anja Knapp (Dettingen) wurde bei ihrer Saisonpremiere nach langer Verletzungspause 16., Hanna Philippin (Saarbrücken) 26. und Sophia Saller (Ingolstadt/Oxford) 29.

Schon vor den Rennen in Hamburg stand fest, dass die DTU Nieschlag, Buchholz und Justus sowie Robisch, Haug, Knapp, Philippin und Saller in zwei Wochen nach Rio schickt. Bei den Testwettkämpfen am 2. August geht es für die deutschen Starter um die ersten Tickets für 2016.

Die derzeit beste deutsche Triathletin Laura Lindemann bleibt indes zu Hause. „Wir wollen sie nicht verheizen“, sagte DTU-Cheftrainer Ralf Ebli. Die Junioren-Weltmeisterin hatte erst eine Woche zuvor in Genf ihren EM-Titel erfolgreich verteidigt