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Stickoxidwerte zu hoch – 200.000 Hamburger akut betroffen

Eine Luftmessstation an der Max-Brauer Allee (Archiv)

Eine Luftmessstation an der Max-Brauer Allee (Archiv)

Foto: dpa/ Angelika Warmuth / picture alliance / dpa

Laut Messungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz ist die Stickoxid-Belastung in zahlreichen Hamburger Stadtteilen „massiv“ zu hoch.

Hamburg. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt in Hamburg vor einer zu hohen Konzentration des Schadstoffs Stickstoffdioxid (NO2) in der Luft. Die NO2-Werte lägen „an allen verkehrsbezogenen Messstationen weiterhin deutlich über den zum Schutz der menschlichen Gesundheit bereits seit dem Jahr 2010 gültigen Grenzwerten“, erklärte der BUND-Landesverband Hamburg in einer Pressemitteilung.

Die Umweltschützer fordern den Senat auf, die geplante Bundesratsinitiative aus Baden-Württemberg zur Einführung einer „Blauen Plakette“ zu unterstützen. Nach Angaben von BUND handelt es sich dabei um eine Weiterentwicklung der Umweltzonen in deutschen Städten, die auch den Schadstoff Stickstoffdioxid berücksichtigen soll. Die Belastung mit NO2 sei in den bisherigen Regelungen zu Umweltzonen nicht ausreichend berücksichtigt.

„Bislang hat der rot-grüne Senat keine Antwort auf die massive Grenzwertüberschreitung in Hamburg gefunden, obwohl das Verwaltungsgericht die Stadt im Herbst 2014 rechtskräftig dazu verurteilt hat, die NO2-Belastung schnellstmöglich zu senken“, sagte Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. Kritik wird auch an Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) geübt, der die Einführung einer Umweltzone und Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen ablehnt.

Nach Angaben des BUND nehme die Stickoxid-Belastung an drei von vier Messstationen im Vergleich zu den Vorjahren sogar zu. „In Hamburg leben mehr als 200.000 Menschen in Stadtteilen, in denen die Grenzwerte für Stickoxide massiv überschritten werden“, erklärt der Hamburger Landesverband.

Stickoxide können vor allem bei älteren Menschen und Kindern zu Belastungen der Atemwege bis hin zu asthmatischen Erkrankungen führen und stehen im Verdacht, Herz-Kreislauf-Probleme zu verursachen und Diabetes zu befördern.

( HA )

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