Landgericht

Lange Haftstrafen für Hamburger Enkeltrickbetrüger-Bande

Mit einer perfiden Methode haben die Verurteilen das Vertrauen alter Menschen erschlichen und insgesamt mehr als 90.000 Euro erbeutet.

Hamburg. Das Hamburger Landgericht hat vier Mitglieder einer Enkeltrickbetrüger-Bande am Dienstag zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Den Angeklagten, die alle zu einer Großfamilie gehören, wurden elf Betrugsfälle vorgeworfen, die sie – auch unter Beteiligung weiterer Täter im In- und Ausland – in wechselnden Rollenverteilungen im Zeitraum vom 8. August 2012 bis zum 25. April 2014 in Hamburg begangen haben.

In sieben der angeklagten Fälle blieb es beim Betrugsversuch. Vier der Taten wurden mit Schäden zwischen 7000 und 42.000 Euro vollendet. In einigen Fällen mussten die mutmaßlichen Täter wegen mangelnder Beweise freigesprochen werden. Die verhängten Haftstrafen liegen zwischen zwei Jahren und vier Monaten und fünf Jahren und sechs Monaten.

Beim "Enkeltrickbetrug" täuscht einer der bandenmäßig organisierten Täter seinem Opfer der Wahrheit zuwider vor, er sei ein naher Verwandter oder Bekannter und bittet das Opfer unter einem Vorwand darum, ihm kurzfristig einen höheren Geldbetrag zur Verfügung zu stellen. Erliegt das Opfer der Täuschung, wird ein Geldabholer von einem weiteren Mittäter zur Wohnung des Opfers gelenkt. Nach der Übergabe des Geldes wird das Geld unter den Bandenmitgliedern aufgeteilt. (HA/dah)