Hamburg

Wir lieben das Reisen – doch was machen wir im Urlaub?

Diese Woche ist es soweit: Für fast 190.000 Hamburger Schüler und Schülerinnen beginnen die Sommerferien. Für die meisten fängt damit die Zeit des Verreisens an, denn wieder werden mehr als drei von fünf Hamburgern ihre Koffer packen und für wenigstens fünf Tage die Stadt verlassen. Damit sind wir Hamburger häufiger unterwegs als der Bundesbürger im Schnitt.

Aber nicht nur bei der Reiseintensität zeigt sich unsere große Begeisterung fürs Unterwegssein. Auch bei den Urlaubskosten und der Aufenthaltsdauer vor Ort liegen wir deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Und dass wir den Slogan „Hamburg – Tor zur Welt“ wörtlich nehmen, zeigt sich an den Reisezielen, die wir aufsuchen: So werden auch in diesem Jahr etwa drei Viertel von uns ihren Urlaub nicht etwa zwischen den norddeutschen Küsten und den süddeutschen Bergen verbringen, sondern eine ausländische Destination aufsuchen.

Besonders beliebt werden wieder die spanischen und italienischen Feriengebiete sowie die Türkei sein. Apropos „wieder“ – mehr als jeder Vierte von uns ist ein Stammgast – besucht also zum wiederholten Mal dasselbe Ziel. Das hat viele Vorteile: Man braucht nur kurze Zeit zum Eingewöhnen, trifft auf Bekannte und Bekanntes und weiß, was einen erwartet.

Im Alltag macht jeder Dritte einmal pro Woche Sport, auf Reisen noch weniger

Doch egal, ob nun Wiederholungsgast oder nicht, ob Inlands- oder Auslandsreisender, ob mit der Familie, Freunden oder alleine unterwegs – wie verbringen wir eigentlich unsere Urlaubstage? Liegen wir tatsächlich die meiste Zeit lesend am Pool und Strand? Oder stimmt es, dass wir im Urlaub aktiv sind – eine neue Sportart ausprobieren, Ausflüge unternehmen und nette Leute kennenlernen?

Fest steht: Im Urlaub nehmen wir uns Zeit für die Dinge, die im Alltag oftmals zu kurz kommen. So wird die Mehrheit von uns im Urlaub essen-, spazieren- und badengehen, wir werden ebenso ausschlafen und faulenzen wie auch Ausflüge in die Umgebung machen, um dort dann einen gemütlichen Einkaufsbummel durch die Altstadt, die Geschäftsstraße oder über einen Markt zu tätigen, zwischendurch in einem Café die Sonne und lokale Leckereien zu genießen und die Atmosphäre vor Ort auf uns wirken zu lassen. Immerhin zwei von fünf werden im Urlaub zudem neue Bekanntschaften schließen und fast ebenso viele die Zeit für erotische Zweisamkeit nutzen.

Bei der Analyse der Aktivitäten zeigt sich aber auch, welche Dinge auf Reisen seltener als daheim ausgeübt werden bzw. zu kurz kommen. So gehen wir unserer häufigsten Freizeitaktivität zu Hause – dem Fernsehen – im Urlaub nicht einmal halb so oft nach.

Realistisch müssen aber auch unsere sportlichen Aktivitäten eingeordnet werden: Während im Alltag knapp jeder Dritte von uns wenigstens einmal pro Woche sportlich aktiv ist, schafft dieses auf Reisen nicht einmal jeder vierte Hamburger. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Dem einem fehlt die Mannschaft, dem anderen der Sportplatz oder das passende Gerät.

Für viele Sportarten ist es schlicht zu heiß, denn wer will schon bei 30 Grad im Schatten noch mehr schwitzen? Auch das Erlernen einer neuen Sportart ist eher die Ausnahme als die Regel, denn den allermeisten von uns reicht schon die Möglichkeit, einen Tauch- oder Surfschein zu erwerben. Etwas überraschend ist vielleicht die Tatsache, dass wir uns im Urlaub weniger Zeit als daheim nehmen, um über wichtige Themen zu sprechen. Dabei wäre hier ja die Zeit und Ruhe vorhanden, um sich über gemeinsame Wünsche und Träume auszutauschen.

Mein Fazit: Sommerzeit ist für die meisten von uns Reisezeit. Hierbei wollen wir möglichst wenig Stress, stattdessen die Zeit vergessen und auch mal Fünfe gerade sein lassen.