Flüchtlinge

Hat die Erstaufnahme eine Risikoschwangerschaft ignoriert?

Ein Blick in die  Flüchtlingsunterkunft in Harburg

Ein Blick in die Flüchtlingsunterkunft in Harburg

Foto: picture-alliance/Bodo Marks/dpa

Laut Medienberichten sollte die Migrantin trotz eines Attests umziehen. Nach der 12-stündigen Zugfahrt verlor sie das Baby.

Hamburg. Einem Medienbericht zufolge erhebt eine junge Migrantin aus Guinea schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hamburg-Harburg. Wie der NDR berichtet, soll die 20 Jahre alte Frau von Hamburg nach Nordrhein-Westfalen geschickt worden sein, obwohl bei ihr eine Risikoschwangerschaft vorgelegen habe und Ärzte ihr Bettruhe verordnet hätten.

Trotz Protests gegen die Entscheidung sei das Paar nach eigenen Angaben zwölf Stunden mit Regionalzügen bis Dortmund gefahren. Nach der Reise habe die Frau ihr ungeborenes Kind verloren. Nun ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft.

Mit einem sogenannten Todesermittlungsverfahren will die Behörde klären, ob der Tod des Kindes auf Fremdverschulden zurückzuführen ist, sagte eine Sprecherin dem Radioprogramm NDR Info und dem Sender WDR. Mit ersten Ergebnissen sei nicht vor Ende August zu rechnen.

Die zuständigen Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkunft sollen von der Risikoschwangerschaft gewusst haben. Das geht aus dem Bericht von NDR Info und WDR hervor. Nun soll die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen eines möglichen Fremdverschuldens gegen Unbekannt ermitteln.

Laut WDR hatte der Senat auf eine Kleine Anfrage der Linken in der Hamburger Bürgerschaft hin mitgeteilt, die Frau habe gegenüber den Behörden verschwiegen, dass in ihrer Schwangerschaft Komplikationen aufgetreten seien. Zudem habe sich die Familie mit der Reise nach Burbach einverstanden erklärt. (dpa/HA)