Personalmangel

Lange Wartezeiten bei Kfz-Zulassungen – Behörde unterbesetzt

Der Warteraum des Bezirksamts Eimsbüttel

Der Warteraum des Bezirksamts Eimsbüttel

Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius

Rund drei Wochen müssen Hamburger aktuell auf einen Termin in den Zulassungsstellen warten. Es geht auch schneller – doch das kostet.

Hamburg.  Autofahrer müssen sich bei der Terminvergabe von Hamburger Zulassungsstellen weiter auf lange Wartezeiten einstellen. Wer Termine über das Online-Portal des Landesbetriebs für Verkehr (LBV) anfragt, muss aktuell bis zu drei Wochen warten. Besonders ärgerlich für Cabrio- und Motorradfahrer, die sich vor einem sonnigen Wochenende oft spontan für eine Anmeldung entscheiden.

Grund für die langen Wartezeiten sind zu wenige Sachbearbeiter in den vier Hamburger Zulassungsstellen. Hochzeiten bei Zulassungen zwischen Ostern und Pfingsten ziehen die Wartezeiten jedes Jahr in die Länge. Aktuell drücken in Hamburg aber Urlaubs- und Krankheitsfälle die Kapazitäten des LBV in den Keller. Zudem kommen laut LBV noch immer viele Kunden ohne Termin zur Zulassungsstelle, die trotz langer Wartezeiten zum Teil nicht mehr am selben Tag bedient werden können. Das Problem ist schon seit Monaten bekannt. „Wir haben zusätzliches Personal einstellen können, müssen diese neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber erst noch ausbilden“, sagt Uwe Thillmann, Sprecher des LBV. Ab Oktober soll sich die Wartezeiten wieder normalisiert haben, „Ziel ist es, dass Termine innerhalb von zwei bis fünf Tagen zur Verfügung stehen.“

Wartezeiten in Hamburg-Nord deutlich höher

In der Zweigstelle in Langenhorn ist der Engpass zur Zeit am größten. Durch den Ausfall zweier Mitarbeiter durch Krankheit ist hier der sogenannte Sonderschalter unterbesetzt. Die Wartezeiten bei Ausfuhrkennzeichen, Kurzzeitkennzeichen und Anschriftenänderungen erhöhen sich hier erheblich. „Wir raten unseren Kunden aus Langenhorn, auch andere Zweigstellen zu Besuchen“, sagt Thillmann. Der Behördensprecher gibt Autofahrern, die nicht so lange auf einen Termin warten wollen, noch weitere Tipps. So können Kunden an den Abgabeschaltern ihre Formulare abgeben und drei bis vier Tage später ohne langes Warten abholen, zudem können Ummeldungen auch bequem im Internet beantragt werden. Dabei werden die Daten Online eingegeben, die Unterlagen und Schilder können dann nach zwei bis drei Tagen an einer von sechs Postfilialen abgeholt werden.

Gewerbliche Kunden oft schneller

Es geht aber auch schneller. So werben im Internet zahlreiche gewerbliche Anbieter damit, Zulassungen innerhalb von ein bis zwei Tagen zu liefern. Das geht schnell und kann Nerven sparen – kostet aber auch. Den Service gibt es beispielsweise bei Kroschke, Deutschlands größtem Kfz-Zulasser, für rund 30 Euro, andere Anbieter verlangen ähnlich hohe Gebühren.

Gewerbliche Kunden können ihre Unterlagen bei den Zulassungsstellen an separaten Schaltern abgeben und so den Andrang an privaten Nutzern umgehen. Dort können neben Autohäusern und Logistikunternehmen auch ebendiese Zulassungsdienste Fahrzeuge anmelden. Die Bearbeitung dauert oft nur wenige Stunden, da die Firmen notwendige Papiere und auch die Kennzeichen ihrer Kunden meist schon dabei haben. Trotz gleicher Leistung der Behörde, werden also auch in Zukunft die gewerblichen Kunden bei den Zulassungen die Nase vorn haben.