Universität Hamburg

Symbolische Bestattungsaktion gegen EU-Flüchtlingspolitik

Demonstranten haben vor der Universität Hamburg gegen die Flüchtlingspolitik der EU protestiert. Symbolische Gräber wurden ausgehoben.

Hamburg. Einen Tag nach der Protestaktion vor dem Bundestag in Berlin haben sich rund 80 Personen am Montagnachmittag vor der Universität Hamburg versammelt und ebenfalls symbolisch gegen die EU-Flüchtlingspolitik protestiert.

Die Aktion des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität begann gegen 17:45 Uhr auf dem Gelände der Universität, wie die Polizei mitteilt. Neben Redebeiträgen und einer Schweigeminute wurden vor dem Gebäude auch symbolische Gräber ausgehoben. Die Demonstranten hatten zudem zwei Plakate gespannt. Gegen 19:25 Uhr war die Versammlung aufgehoben, hieß es von Seiten der Polizei weiter. Es sei eine friedliche Veranstaltung gewesen, so eine Polizeisprecherin. Die Beamten waren mit vier Streifenwagen vor Ort.

Bereits am Sonntag gab es eine Protestaktion vor dem Reichstag. Dort wurden am späten Sonntagnachmittag 91 Menschen festgenommen. Nach der Demonstration hatten einige Teilnehmer den Zaun vor dem Sitz des Bundestages umgeworfen, waren auf die Grünfläche gelaufen und hatten Löcher in den Rasen gegraben.

Mehrere Tausend Menschen hatten an der symbolischen Bestattungsaktion teilgenommen. Die Polizei schätzte am Sonntag, dass rund 5000 Teilnehmer bei dem Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik dabei waren. Die Demonstranten liefen mit Särgen durch Berlin-Mitte und rissen einen Bauzaun nieder. Sie gruben Löcher in den Rasen vor dem Sitz des Bundestags. Auf Kreuzen standen Slogans wie „EU kills“ oder „Grenzen töten“.

Der Veranstalter, die für Inszenierungen bekannte Künstlergruppe „Zentrum für Politische Schönheit“, hatte diese Woche Flüchtlinge in Berlin bestattet. Am Sonntag wollten die Aktivisten eigentlich direkt vor das Kanzleramt ziehen. Das untersagte ihnen zufolge allerdings die Polizei. In einem bei Facebook veröffentlichten Schreiben zu der Aktion hieß es auch, ein Bagger sowie das Mitführen von Leichen würden untersagt.

Gegen die 91 Festgenommenen, die aber danach alle wieder auf freien Fuß kamen, werde unter anderem wegen Hausfriedensbruchs, Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Beleidigung ermittelt, teilte die Polizei am Montag mit.

Zeitweise hätten sich bis zu 4000 Menschen auf der gesperrten Grünanlage befunden. Der größte Teil der Demonstranten sei der Aufforderung der Polizei, den Rasen zu verlassen, nachgekommen.

Bei dem Polizeieinsatz wurden den Angaben zufolge zwölf Beamte verletzt. Eine Polizistin musste im Krankenhaus behandelt werden, weil ein Mann ihr in den Finger gebissen hatte, wie es hieß. (lem/dpa)