"Hamburg Protokoll"

Hochschulchefs: Uni ist mehr als Training für den Job

Prof. Dieter Lenzen, Initaitor des Treffens und Präsident der Universität Hamburg

Prof. Dieter Lenzen, Initaitor des Treffens und Präsident der Universität Hamburg

Foto: Axel Heimken / dpa

Bildung statt Ausbildung: Beim Treffen der Universitäts-Präsidenten ging es um Chancengleichheit und eigenständige Hochschulen.

Hamburg. In einem "Hamburg-Protokoll" haben sich rund 50 Präsidenten von Universitäten aus aller Welt zum Abschluss einer dreitägigen Tagung in der Hansestadt auf gemeinsame Grundsätze für die Entwicklung des Hochschulsystems geeinigt.

"Unsere Vereinbarungen bilden die Basis, um den Prozess der weltweiten Hochschulentwicklung bewusst zu gestalten", sagte Prof. Dieter Lenzen, Initiator des Treffens und Präsident der Universität Hamburg. Zu den Grundsätzen zählen die Chancengleichheit beim Hochschulzugang unabhängig vom sozialen Hintergrund, eine wissensgeleitete akademische Freiheit, eine ausgewogene Balance zwischen Persönlichkeitsbildung an den Universitäten und anwendungsbezogener Wissensvermittlung sowie eine Zusammenarbeit der Hochschulen, die eher auf den Austausch von klugen Köpfen setzt als auf einen harten Kampf um Talente.

"Das war erst der Anfang"

Seit Mittwochabend hatten die Universitätspräsidenten aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika beim "Hamburg Transnational University Leaders Council" in zahlreichen Arbeitsgruppen Standards für den globalen Hochschulsektor erarbeitet. "Das war erst der Anfang", sagt Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, die die Tagung mit veranstaltete.

Auf weiteren Treffen sollen die Themen - auch auf die einzelnen Regionen bezogen - vertieft werden. Zudem wollen die Hochschulchefs die Forderungen an die Politik ihres jeweiligen Landes herantragen. In Deutschland gelte es, die Werte und besondere Ausprägung des hiesigen Hochschulsystems -- nämlich Bildung zu vermitteln und nicht nur berufsbezogene Ausbildung - zu bewahren, sagte Horst Hippler, der als Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) an dem Treffen teilnahm. Auch wenn deutsche Hochschulen unterfinanziert seien, so Hippler, zeige sich im Vergleich zu manchen anderen Ländern, dass man auf hohem Niveau jammere. "Unsere Errungenschaften sind von hoher Qualität."

Lothar Dittmer begründete das Engagement der Körber-Stiftung auch mit Blick auf Hamburg: "Wir wollen einen Beitrag leisten, um den Wissenschaftsstandort zu stärken", sagte er. "Mit dem Tor zur Welt sind traditionell Hafen und Handel gemeint, wir würden es begrüßen, wenn die Wissenschaft als dritte Komponente dazukäme."