Hammerbrook

Speichelprobe überführt Räuber nach fünf Jahren

Ein DNA-Abgleich führte nun zu den Tätern

Ein DNA-Abgleich führte nun zu den Tätern

Foto: picture alliance / dpa

Die Täter täuschten eine Verkehrskontrolle vor und raubten 45.000 Euro Bargeld. Fünf Jahre später überführte sie nun ein DNA-Abgleich.

Hamburg. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Hamburg haben mithilfe eines DNA-Abgleichs einen gemeinschaftlich begangenen schweren Raub in Hammerbrook aus dem Jahr 2010 aufgeklärt. Die 36 und 44 Jahre alten Beschuldigten wurden vor wenigen Tagen vorläufig festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft.

Was war geschehen? Im Mai 2010 wurde ein Hotel-Mitarbeiter von zwei unbekannten Tätern überfallen und ausgeraubt, nachdem er - wie jeden Monat - die Wocheneinnahmen zweier Hotels eingesammelt hatte. Trotz umfangreicher Ermittlungen, einer Öffentlichkeitsfahndung mit Phantombild und einer Ausstrahlung in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" konnte die Tat nicht aufgeklärt werden.

Räuber täuschten Verkehrskontrolle vor

Zunächst wurde damals 56-Jährige am 10. Mai 2010 von einem vermeintlichen zivilen Polizeiwagen im Stadtteil Hammerbrook angehalten, nachdem er aus zwei Häusern die Einnahmen eingesammelt hatte. Die vermeintlichen Polizeibeamten täuschten eine Verkehrskontrolle vor. Die auf dem Rücksitz liegende blaue Werbe-Umhängetasche mit dem eingesammelten Bargeld entwendeten aber nicht.

Eine Woche später hielten die Täter den Geschädigten erneut an. Unter dem Vorwand, dass gegen den Geschädigten ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes nach dem Geldwäschegesetz laufe, legten die Täter dem Geschädigten Handschellen an. Unterdessen griff einer der Täter nach der auf der Rückbank liegenden Umhängetasche mit rund 45.000 Euro Bargeld. Anschließend flüchteten die Täter mit ihrem Pkw.

Umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen führten zu einem vagen Tatverdacht gegen einen 36-jährigen Deutschen, der aber nicht erhärtet werden konnte.

Speichelprobe überführte Täter

Das Ermittlungsverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Hamburg zunächst eingestellt. Im Februar 2015 gab der 36-Jährige, der in anderer Sache in einer Justizvollzugsanstalt als Freigänger sitzt, aufgrund eines richterlichen Beschlusses eine Speichelprobe ab. Ein Abgleich mit der DNA-Analyse Datei (DAD) ergab eine Übereinstimmung mit einer am Tatort des Raubes im Jahr 2010 gesicherten Spur.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg und das Landeskriminalamt nahmen daraufhin die Ermittlungen wieder auf, die zur Identifizierung des Mittäters, eines 44-jährigen Kosovaren, führten. Die Staatsanwaltschaft Hamburg erwirkte vier Durchsuchungsbeschlüsse für die Meldeanschriften der Beschuldigten.

Ende Mai vollstreckten die Ermittler die Durchsuchungsbeschlüsse in Hamburg und in Siek/Schleswig-Holstein. Der 44-jährige Beschuldigte wurde in Uetersen, sein Komplize (36) in der Justizvollzugsanstalt Glasmoor vorläufig festgenommen. Sie machten gegenüber der Polizei keine Angaben. Inzwischen wurden Haftbefehle wegen schweren Raubes wurden erlassen. (HA)