Hamburg

Ermittlungsverfahren gegen „Kot & Köter“ eingestellt

Foto: M. Brandt/Archiv

Der Chefredakteur soll zur Vergiftung von Hunden aufgerufen haben. Staatsanwaltschaft sieht jedoch keinen hinreichenden Tatverdacht.

Hamburg. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den Journalisten Wulf Beleites (68), Chefredakteur der satirischen Anti-Hunde-Zeitschrift „Kot & Köter“, eingestellt. Das teilte Beleites am Donnerstag in Hamburg mit. Ihm war die öffentliche Aufforderung zu Straftaten vorgeworfen worden (§ 111 StGB), weil er dazu aufgerufen haben soll, Hunde zu vergiften. Hintergrund ist das Lied des Wiener Kabarettisten Georg Kreisler „Tauben vergiften“. Wegen der im Heft abgedruckten angeblichen „Original“-Textzeile Kreislers „Geh' ma Hundevergiften im Park“ sei es zu der Anzeige gekommen. Es bestehe für die Staatsanwaltschaft jedoch kein „hinreichender Tatverdacht“ (AZ 7101 Js 141/15).

Die Zeitschrift hatte seinerzeit vermeldet, dass ihr „die geheimen Tagebücher“ des Kabarettisten Kreisler „mit höchst brisanten Details“ zugespielt worden seien. Ursprünglich habe Kreisler nicht Tauben, sondern Hunde im Park vergiften wollen. In dem Schreiben der Staatsanwaltschaft heißt es, „dass der Inhalt der in Rede stehenden Artikel sicherlich eine sehr kritische, aber auch satirische und möglicherweise sehr überzogene Auseinandersetzung mit Hunden und Hundehaltern hat“.

Die Anzeige stammte von einer Privatperson aus Hohendosleben bei Salzwedel. Das ist nach Recherchen von Beleites ein kleiner Ort in Sachsen-Anhalt, in dem „bekanntlich der Schwanz mit dem Hund wedelt“.

Der „Kot & Köter“-Chefredakteur zeigte sich erfreut über den „Sieg der Pressefreiheit“. Allerdings kritisierte er, dass weder er persönlich noch Verlag oder Redaktion über die Einstellung des Ermittlungsverfahrens vor über einem Monat offiziell etwas erfahren habe. Erst durch die Akteneinsicht über seinen Anwalt habe er von dem Beschluss erfahren. Beleites: „Warum die Staatsanwaltschaft sich nicht genötigt sieht, mir als Beschuldigtem die erlösende Mitteilung zu machen, bleibt wohl ihr und Justitias Geheimnis.“ (epd)