Moorburg

Der A26 droht die Verschiebung auf den Sanktnimmerleinstag

Aufgrund des Baus der Autobahn 26, haben die Bewohner in Rübke einige Bedenken bezüglich ihrer Häuser

Aufgrund des Baus der Autobahn 26, haben die Bewohner in Rübke einige Bedenken bezüglich ihrer Häuser

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Naturschutzbund kündigt Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss an. Der Streit entzündet sich an einer 6,5 Hektar großen Grünfläche.

Hamburg. Dem Bau der Autobahn 26 auf Hamburger Gebiet droht die Verschiebung auf den Sanktnimmerleinstag. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kündigte am Donnerstag an, er werde gegen den zu erwartenden Planfeststellungsbeschluss vor Gericht ziehen. „Wenn es so läuft wie jetzt, dass von der Wirtschaftsbehörde alle denkbare Einigungsmöglichkeiten verstellt werden, sind wir bereit zu klagen“, sagte Hamburgs Nabu-Chef Alexander Porschke und fügte hinzu: „Konfrontationskurs können wir auch. Das bisherige Verfahren hat so viele Fehler aufgewiesen, dass wir uns vor Gericht gute Chancen ausrechnen.“

Hintergrund ist der geplante Bau der A26 von der Landesgrenze zu Niedersachsen bis zur A7. „Die Autobahntrasse zerschneidet des Süderelberaum massiv“, sagte Nabu-Geschäftsführer Bernd Quellmalz. Um einen Interessenausgleich zwischen Obstbau, A26 und dem Naturschutz zu erreichen, will der Nabu einen dauerhaften Biotopkorridor zwischen zwei bestehenden Naturschutzgebieten schaffen. „Im Gegenzug würden die Naturschutzverbände auf Klagen gegen die A26 verzichten“, sagte Porschke

Jahrelange Verzögerungen möglich

Der aktuelle Streit entzündet sich an einer 6,5 Hektar großen Grünlandfläche, die innerhalb des Biotopkorridors liegt. Dem Umweltschutzverband sei signalisiert worden, dass diese Fläche dem Korridor zugeschlagen werden könne, sagte Porschke. „Im Dezember vergangenen Jahres wurde sie jedoch - offenbar langfristig - an einen anderen Landwirt verpachtet, der an diesem Ort intensiven Obstbau betreiben will.“ Im Januar dieses Jahres setzte der Nabu deshalb die Güteverhandlungen mit der Stadt aus.

Der Nabu rechnet im Falle eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss mit einer jahrelangen Verzögerung des A26-Baus. „Die Zeitverzögerung dürfte zum Verlust von fünf Millionen Euro an EU-Mitteln führen.“ Im schlimmsten Fall müsste eine neue Trasse für die A26 gefunden werden, sagte Porschke. An der Festlegung der bisherigen Trasse im Jahr 2005 seien die Naturschutzverbände nicht beteiligt gewesen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gericht die Nichtberücksichtigung des Naturschutzes akzeptiert.“