Congress Center Hamburg

194 Millionen Gesamtkosten: CCH-Zukunft beginnt Anfang 2017

Das Congress Centrum Hamburg ist marode

Das Congress Centrum Hamburg ist marode

Foto: Marcelo Hernandez

Eines der größten Bauvorhaben soll 2019 abgeschlossen sein. Der Ost-Flügel wird abgerissen und neu errichtet.

St. Pauli.  Das Congress Center Hamburg (CCH) wird von Anfang 2017 an zu einer Großbaustelle. Der Ostteil des Gebäudekomplexes wird abgerissen und neu gebaut. Der Rest der in den 70er-Jahren errichteten Immobilie wird revitalisiert – jetzt gab das CCH die Details zu den Plänen bekannt.

Auch im Umfeld stehen große Veränderungen an: Die Marseiller Straße soll zugeschüttet und dadurch der Park Planten un Blomen erweitert werden. Hierzu hatte es einen Wettbewerb gegeben. Wer den Zuschlag erhält, wird in Kürze bekannt gegeben. Zudem soll der Bahnhof Dammtor ab 2019 über eine barrierefreie Rampe direkt mit dem CCH verbunden werden.

Im Sommer 2019 soll das neue CCH fertig sein – nach zweieinhalb Jahren

194 Millionen Euro sind für die Sanierung und Umbau des CCH an Kosten vorgesehen. Die Wiedereröffnung ist für Sommer 2019 geplant. Der Bauantrag für die Revitalisierung wird nach Abendblatt-Informationen zur Zeit geprüft, die Genehmigung soll im Sommer vorliegen: „Wir haben dann einen völlig neuen Tagungsort der Spitzenklasse mitten im Herzen der Stadt und wollen wieder eines der führenden Congress Centren in Europa werden“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) dem Abendblatt. Der Senator ist optimistisch: „Die Sanierung ist eine Investition in die Zukunft. Wir erwarten eine Steigerung der Auslastung von bis her etwa 55 auf 75 Prozent.“ Im vergangenen Jahr hatte das CCH 390.101 Besucher bei 247 Veranstaltungen.

Die Stadt hat große Erwartungen an die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC), die das CCH betreibt, und will dann ab 2019 auch Miete kassieren: Zunächst für fünf Jahre ist eine Jahresmiete von 2,7 Millionen Euro vorgesehen.

In der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation kümmert sich eine eigene Projektgruppe um die bevorstehende umfangreiche Sanierung und den Umbau des CCH.

Im Abendblatt-Gespräch stellte Projektleiter Hellmut Körner am Dienstag die Details vor: Der Eingangsbereich wird komplett neu gestaltet und das lichtdurchflutete Foyer erstreckt sich künftig über vier Etagen. Die Außenfassade wird von der Architektengemeinschaft agn/Leusmann/Tim Hupe gestaltet: „Es wird alles einladender, heller und großzügiger“, sagt Körner. Der große Vorteil: „Es können künftig mehrere Veranstaltungen parallel durchgeführt werden, dadurch erhöht sich die Auslastung“, so Körner. Die drei Flügel West, Mitte und Ost sind künftig über einen „Lichtgang“ mit Blick auf Planten un Blomen vom Foyer aus miteinander verbunden.

Das CCH soll nach der Frischzellenkur „ein europäischer Top-Standort für Kongresse sein“. Das heißt: Internationale Tagungen sind die Hauptzielgruppe und nicht mehr Konzerte von einstigen Showgrößen wie Peter Kraus oder Mireille Mathieu im Saal 1.

Die Umbauten sind kompliziert, weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht

Dieser Saal im Mittelteil bleibt zwar erhalten, wird aber komplett umgebaut und mit neuer Bestuhlung und Lichtanlage ausgestattet. Anders im Ost-Flügel des Gebäudekomplexes: Dieser Teil wird abgerissen und neu errichtet. Hier sind unter anderen ein Saal für bis zu 900 Teilnehmer und zahlreiche flexible Tagungsräume auf zwei Ebenen vorgesehen.

Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, werden alle Baumaßnahmen bis ins kleinste Detail mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt. Der West-Flügel, ein Anbau der erst 2007 eröffnet wurde, soll nicht neu gestaltet werden: „Dieser entspricht den modernsten Standards“, sagt Körner.

Es sollen nach der Sanierung etwa 12.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 12.000 Quadratmeter Foyerfläche und 12.000 Sitzplätze in dann bis zu 50 Säälen zur Verfügung stehen. Die Zukunft des CCH ist ein viel diskutiertes Thema in der Stadt. Seit Jahren ist nicht mehr zu übersehen, dass das in den 70er-Jahren als modernstes Kongresszentrum Europas bezeichnete Gebäude nicht mehr zeitgemäß und damit auch nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Bereits 2007 gab es erste Überlegungen für eine Sanierung. Als Kostenobergrenze hat die Stadt 194 Millionen Euro festgelegt und diese müssen laut Körner „unbedingt eingehalten werden.“

Eine Herausforderung, wie ein Beispiel zeigt: Allein für die „Beseitigung von Schadstoffen“ sind nach Abendblatt-Informationen rund sieben Millionen Euro fällig, die in dieser Größenordnung zunächst nicht vorgesehen waren: Denn es wurden Asbest als damals ganz normaler Baustoff und PCB in Farben und Klebern mit verbaut. Dieses ist zwar ungefährlich, weil zur Zeit noch verkapselt. Aber: „Wenn wir mit den Bauarbeiten beginnen und dabei auch das Dach anfassen, dann werden die Schadstoffe freigesetzt und müssen entsorgt werden“, erläutert Körner.

Am meisten dürften die Hamburger von der Erweiterung von Planten un Blomen profitieren: Wenn die Marseiller Straße zugeschüttet wird, entsteht hier eine Grünfläche. Damit fällt die Zufahrt zur Tiefgarage von CCH und Hotel weg, die soll künftig über die Tiergartenstraße erfolgen.