St. Georg

Sohn eines Pfarrers wird Pfingsten zum Priester geweiht

St. Georg. Dass katholische Pfarrer eigene Kinder haben, gilt eher als Ausnahme. Der 27-jährige Diakon Ferdinand Moskopf aus Lübeck hat einen katholischen Pfarrer zum Vater – und muss dies nicht verheimlichen. Moskopf folgt seinem Vater jetzt auch beruflich: Am Pfingstsonnabend wird er im Hamburger St. Mariendom zum Priester geweiht, wie die „Neue Kirchenzeitung“ in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet.

Sein Vater Peter Moskopf (60) war bis zum Jahr 2000 noch evangelischer Gemeindepastor in Büchen (Kreis Herzogtum Lauenburg), ehe er zum katholischen Glauben übertrat. Er beendete seinen Pastorendienst, studierte katholische Theologie und arbeitete als Seelsorger. Pfingsten 2004 wurde er vom damaligen Erzbischof Werner Thissen zum Priester geweiht.

Während des Übertritts war Peter Moskopf bereits verheiratet und Vater von drei Kindern. Alle fünf Moskopfs sind 2000 geschlossen zur katholischen Kirche gewechselt. Möglich war der Übertritt des Seelsorgers durch eine Ausnahmegenehmigung (Dispens) des Papstes. Ein Übertritt von Amtsträgern wird vom Vatikan nur in seltenen Einzelfällen und mit Auflagen genehmigt. Vorangegangen war eine Verständigung des katholischen Erzbistums mit der Nordelbischen Kirchenleitung. „Die Gemeinde hat das alles sehr gelassen genommen“, sagte Ferdinand Moskopf. Anders als sein Vater ist er aber zur Ehelosigkeit verpflichtet.