Tarifverhandlungen

Kita-Streik soll auch in der nächsten Woche weitergehen

Bei den Demonstrationen in Hamburg kamen tausende Erzieherinnen und Erzieher

Bei den Demonstrationen in Hamburg kamen tausende Erzieherinnen und Erzieher

Foto: Markus Scholz / dpa

Seit einer Woche sind viele Kita-Türen im Norden geschlossen. Dank des Feiertagwochenendes scheinen die Auswirkungen überschaubar.

Kiel/Hamburg. Für Eltern von Kita-Kindern geht in Schleswig-Holstein und Hamburg die Suche nach Betreuungsalternativen weiter. Auch am Freitag werden kommunale Einrichtungen bestreikt und deshalb geschlossen bleiben. Weil an diesem Brückentag viele Kitas aber ohnehin nicht öffnen und viele Eltern nicht arbeiten gehen, dürften die Folgen nicht so gravierend sein wie zu Streikbeginn. Im Verlauf der Woche haben sich in beiden Ländern insgesamt mehrere tausend Erzieherinnen an dem unbefristeten Streik beteiligt.

Die Gewerkschaften fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar. Sie würden auf Gehaltssteigerungen um zehn Prozent hinauslaufen. In einer Urabstimmung hatten sich weit mehr als 90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen.

Die Hamburger Verdi-Verhandlungsführerin Hilke Stein wies die Kritik aus der Hansestadt zurück, die Erzieherinnen würden hier ohnehin schon höher eingruppiert, als anderswo. Der Einstiegstarif S6 gelte zwar in Hamburg nicht, sondern der Tarif S8, räumte Stein ein. Das sei allerdings in fast allen Großstädten so. In kleineren Orten Deutschlands gelte S6. Die Gewerkschaft fordere eine Anhebung von S6 auf S10 und von S8 auf S11.

Der Arbeitskampf soll in der nächsten Woche weitergehen. „Das geht so lange, bis die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch kommen“, sagte Verdi-Nord-Pressesprecher Frank Schischefsky. Zu einer Kundgebung mit Streikenden aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erwarten die Gewerkschaften am Montag in Lübeck mehr als 1000 Teilnehmer. (dpa)