Serie

Hamburg neu entdecken: Der Sport in der Hansestadt

Das  Millerntor-Stadion

Das Millerntor-Stadion

Foto: Witters

Was muss man kennen, wo kann man was erleben? Die Abendblatt-Serie für alle, die die Stadt neu oder wieder entdecken wollen. Teil 5.

Uns Uwe als Buch
Im Herbst 1954 begann in Hamburg ein Sturm erster Klasse: Ein blonder Buttje aus Eppendorf schrieb Fußballgeschichte. Mit Mumm und Charakter entwickelte sich Uwe Seeler zum Fußballhelden. Titel, Volltreffer und Triumphe standen im Spannungsverhältnis zu bitteren Rückschlägen. Elf Kapitel schildern lebendig und einfühlsam den Aufstieg vom Jungen, der mit einem geflickten Stoffball zwischen Trümmern bolzte, zum Idol. Ganz bewusst handelt es sich nicht um ein reines Fußballbuch, sondern um die Darstellung eines einmaligen Werdegangs – immer mit der norddeutschen Heimat im Herzen. Menschliche Ein- und Rückblenden gehören ebenso dazu, wie ein spannender Blick auf die Hansestadt im Laufe der Zeit.

Uns Uwe – Ein Hamburger mit Herz. In 11 Kapiteln vom Jungen zum Idol, mit unveröffentlichten Privatfotos, mit Ein- und Rückblicken in den Werdegang eines Idols. 264 Seiten, € 16,95. Zu bestellen unter www.abendblatt.de/shop oder per Telefon 040/333 66 999 (Preise zzgl. Versandkosten)

Trabrennbahn
Seit 1880 wird an dieser Stelle in Bahrenfeld getrabt und gewettet. Seit dem Umbau 2009 gelten die Bahn und das Tribünengebäude als das beste in Deutschland. Dennoch ist die Pferdewettenkrise auch an ihr nicht vorbeigegangen. Immer wieder droht die Schließung. Drei bis vier Renntage pro Monat werden auf der Rennbahn am Volkspark noch veranstaltet. Das Tribünengebäude wird auch als Party-Location genutzt. Das große Bahngelände ist regelmäßig Schauplatz gigantischer Open-Air-Konzerte. Weltstars wie Robbie Williams und die Rolling Stones traten hier vor bis zu 70.000 Fans auf.

Luruper Chaussee 30, Tel.: 04032082802, www.trabhamburg.de

Volksparkstadion
Ab der neuen Saison führt die Spielstätte des HSV wieder ihren traditionsreichen Namen: Volksparkstadion. So wie die größte Hamburger Arena seit ihrem Bau 1953 immer geheißen hatte. Auf dem Schutt Eimsbütteler Weltkriegstrümmer, der mit einer Lorenbahn nach Bahrenfeld verbracht wurde, ist damals das Stadion gebaut worden, in dem der HSV seit Gründung der Bundesliga 1963 seine Partien austrägt. An gleicher Stelle stand bereits seit 1925 das Bahrenfelder Stadion der Stadt Altona. Das „alte“ Volksparkstadion hatte noch eine Leichtathletiklaufbahn und war für seine zugige Betonatmosphäre bekannt.


Es fasste maximal 76.000 Zuschauer. Zwischen 1998 und 2000 wurde für etwa 180 Millionen Mark das reine Fußballstadion errichtet, das 57.000 Fans Platz bietet und von der Uefa als Viersternestadion klassifiziert ist. Spiele der WM 1974 und 2006 sowie der EM 1988 und das Europa- League-Finale 2010 wurden hier ausgetragen. Der HSV übernahm gleichzeitig mit dem Umbau die Arena von der Stadt und hat sie mittlerweile mit dem sehenswerten Museum, dem Fanshop, dem Restaurant Raute und mit Stadionführungen zu einem Vereinszentrum entwickelt.

Neben dem Stadion entsteht derzeit das hochmoderne Jugend- und Nachwuchszentrum Campus. Das 700 qm große HSV-Museum ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene kostet 6 Euro (Kinder 3 €), als Kombikarte mit der Stadionführung 12 Euro (6 €). Weitere Informationen im Internet unter: www.HSV.de. Dort findet man auch die aktuellen Trainingszeiten der HSV-Profis.

Sylvesterallee 7, Tel.: 04041551887, www.HSV.de

Millerntorstadion
Den Spruch vom „Freudenhaus“ der Liga kann niemand mehr hören, der regelmäßig im Millerntorstadion des FC St. Pauli zu Gast ist. Einmalig stimmungsvoll mit den treuen, bunten und wachsamen Fans ist das Stadion aber immer noch. Bis 1961 spielte der Verein an der südöstlichen Ecke des Heiligengeistfeldes, etwa dort, wo heute der moderne U-Bahn- Ausgang steht. Nur das steinerne Vereinswappen vor der Südtribüne ist der letzte Rest der alten nach dem Krieg errichteten Spielstätte, die auch schon rund 30.000 Zuschauer fasste.

Es musste einer Gartenbauausstellung weichen. Seit 1961 steht das Stadion am heutigen Standort. Eingeweiht wurde es aber erst zwei Jahre später, man hatte vergessen, eine Drainage einzubauen, sodass der Platz regelmäßig unter Wasser stand. Das Stadion mit der niedrigen Haupttribüne, der Stahlrohr- Gegengerade und den schmuddeligen Umkleiden im Keller des alten Clubheims war seit Anfang der 90er-Jahre Kult und Last zugleich.

Seit 2006 läuft nun etappenweise der etwa 50 Millionen Euro teure Umbau, um das Stadion den modernen Profibedingungen anzupassen. Als letzter Bauabschnitt wächst zur Zeit die neue Nordtribüne, Mitte 2015 soll alles fertig sein, dann passen wieder knapp 30.000 Fans in die Arena auf dem Kiez.

Harald-Stender-Platz 1, Tel.: 0403178740, www.fcstpauli.com

Hockey
Hamburg ist die deutsche Hockeyhauptstadt, es gibt sechs Bundesligisten, und der 1901 gegründete Uhlenhorster HC gilt als ältester Hockeyclub Deutschlands. Auch der Club an der Alster, der Harvestehuder THC, der Klipper THC und der Großflottbeker THGC gehören zu den bedeutendsten Vereinen. Am 4. und 5. Juli finden in Hamburg die DM-Endrunden der Damen und Herren statt.

Turmweg 2, Tel.: 04101590481, www.hockeydm.de

Galopp
Bereits 1855 wurde die Horner Rennbahn im ehemaligen Vorort Horn erbaut, auf der seit 1869 das Deutsche Derby stattfindet, 1870 entstand in einer Bretterbude Deutschlands erster Totalisator. 50.000 Besucher finden auf der modernen Tribüne und im Innenraum Platz, wenn einmal im Jahr dort Deutschlands bedeutendstes Pferderennen gelaufen wird. Das Meeting 2015 wird vom 27. Juni bis 5. Juli ausgetragen. Im restlichen Jahr dient das Gelände der Bevölkerung als großer Freizeitpark.

Rennbahnstr. 96, Tel.: 0406518229, www.galopp-hamburg.de

O2 World Hamburg
Maximal 16.000 Zuschauer passen in die O2 World, direkt neben dem HSV-Stadion. Erst seit 2002 gibt es die große Mehrzweckarena, um deren Standort, Konzept, Betreiber und Realisierung es einen jahrelangen Streit gab. 83 Millionen Euro kostete der Bau, den ein finnischer Investor finanzierte. Hier treten die Hamburg Freezers in der Deutschen Eishockey Liga und die Handballer vom HSV Hamburg zu ihren Punktspielen an. Als dauerhafter Austragungsort der Pokal-Endrunde hat sich die Arena den Ruf als „Handball-Wembley“ erworben. Am 9. und 10. Mai ist es wieder so weit. Regelmäßig finden hier auch große Boxkämpfe und spektakuläre Motorradshows sowie Konzerte statt. Zum Komplex gehört auch die Volksbankarena mit Trainingsstätten für Handballer und Eishockeyspieler. Es gibt auch öffentliches Eislaufen und einmal im Monat eine Eisdisco.

Sylvesterallee 10, Tel.: 04080602080, www.o2world-hamburg.de

Tennisstadion
Hamburgs Olympiapläne könnten den Rothenbaum als Tennisstandort retten, an dem seit 1892 Turniere gespielt werden. Das 13.200 Plätze fassende und 1998 mit einem mobilen Dach ausgestattete Stadion ist zu groß für die heutige Nachfrage und renovierungsbedürftig. Der Grundeigentümer Club an der Alster hat zudem eigene Pläne. Michael Stich hat bis 2018 das Austragungsrecht für das ATP-Turnier, das in diesem Jahr vom 25. Juli bis 2. August stattfindet.

Hallerstraße 91, Tel.: 040238804444, www.bet-at-home-open.com

Derbypark
17 Hindernisse mit 24 Sprüngen auf einer Strecke von 1230 Metern – das Deutsche Springderby in Hamburg Klein Flottbek gilt als eine der schwersten Springprüfungen weltweit. Eine der traditionsreichsten ist es allemal. Seit 1920 wird das Springen auf dem Derbyplatz in Klein Flottbek ausgetragen. Unverändert in der Linienführung über die Hindernisse, die der Hamburger Kaufmann und Jagdreiter Eduard F. Pulvermann seinerzeit entwickelt hatte.

Er selbst schaffte es nie, fehlerfrei über die Naturhindernisse wie Großer Wall, den Holsteiner Wegesprung und eben „Pulvermanns Grab“ zu kommen. In diesem Jahr wird das Derby vom 14. bis 17. Mai ausgetragen. Die herrliche Anlage unter den alten Eichen unweit des Jenisch-Parks wird aber auch für klassische Konzerte in lauen Sommernächten und für eine Heim- und Gartenausstellung genutzt.

Baron-Voght-Straße 81, Tel.: 040828182, www.nfr-hamburg.de