Hamburg

Gnade für reuige Falschparker

Es gibt Fachbegriffe, ohne die man bislang gut klargekommen ist. Doch das Erstaunliche ist: In der Schule lernen sie sowas heutzutage. Als ich am Abendbrotstisch eine Geschichte erzählte, die mir tagsüber widerfahren war, ordnete mein Sohn das sofort ein: „Positive Spezialprävention“.

Was ist passiert? Ich parke das Auto um die Mittagszeit kurz an der Straße, nicht verkehrsbehindernd, aber ohne dem Parkverbot die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Als ich mit Hähnchen süß-sauer und Bratnudeln wieder zurückkomme, steht ein Polizist vor meinem Wagen. Ob er mich gerade aufschreibe, frage ich, noch ehe ich den Zettel am Scheibenwischer entdecke. Ja, ob ich denn die Schilder nicht gesehen hätte, fragt er zurück. Geknickt gebe ich ihm recht und frage ihn, was mich mein Parkvergehen wohl kosten werde. Und dass das Mittagessen ja nun leider ziemlich teuer werde. Da tut er etwas, was ich seit fast 30 Jahren als Autofahrerin noch nie erlebt habe: „Ich habe ja noch nichts eingegeben“, sagt er, nimmt mir das Knöllchen aus der Hand, zerreißt es und radelt auf seinem Dienstrad davon.

Positive Spezialprävention bedeutet übrigens Milderung der Strafe durch Einsicht und soll zur Resozialisierung des Täters führen.

Ich gelobe Besserung!