Hamburg

S-Bahn: Polizei sucht drei Täter

Zugemauerte Waggontür: Videoaufnahmen zeigen Vermummte, die Material heranschleppen

Hamburg.  Nach Angaben der Bundespolizei waren es nach ersten Ermittlungen mindestens drei vermummte Täter, die die Tür eines Hamburger S-Bahn-Waggons zugemauert haben. „Die Täter gingen professionell und zielgerichtet vor“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. „Es handelt sich nicht um eine Scherzaktion.“

Die noch Unbekannten hatten die Bausteine am Dienstagvormittag im Betriebsbahnhof Barmbek aufeinander mit einem Kleber befestigt und auch den Eingangsbereich zusätzlich zugeleimt. Um unerkannt zu bleiben, sprühte ein Täter die Überwachungskameras im Zug mit Lackfarbe zu. Wie zusätzliche Videoaufnahmen aus dem Bahnhofsgelände außerdem zeigten, schleppten zwei weitere die jeweils zehn bis 20 Kilo schweren Steine, Bauschaum und Betonkleber an den Tatort. Dann errichteten sie wie Profi-Handwerker eine passgenaue Mauer. Die 17 Steine waren laut Bundespolizei exakt auf den Eingangsbereich zugeschnitten und abgemessen.

Der Triebfahrzeugführer war am Dienstag gegen 15.10 Uhr mit der S-Bahn vom Abstellgleis in Barmbek bis zum S-Bahnhof Blankenese gefahren – und anschließend zurück bis Altona. Danach wurde die zugemauerte Eingangstür entdeckt und der Zug an der Sternschanze gestoppt und komplett evakuiert. Die S-Bahn wurde ausgesetzt und ins Betriebswerk Ohlsdorf gefahren.

„Was so aussieht wie ein Scherz ist eindeutig eine Straftat“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Der Schaden soll sich auf mehrere 10.000 Euro belaufen. Die Bundespolizei fahndet weiter nach den Tätern. Den Unbekannten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe.