Ein Jahr nach Unglück

Sturz in die Elbe: Kleine Emelie auf dem Weg der Besserung

Vor genau einem Jahr stürzte die kleine Emelie an den Landungsbrücken in die Elbe. Wochenlang lag sie im Koma. Wie ihr Leben heute aussieht.

Hamburg. Es war ein tragischer Unfall, der Hamburg erschütterte. Viele hatten danach auf ein Wunder gehofft: Vor einem Jahr, am 28. April 2014, stürzte die kleine Emelie an den Landungsbrücken in die Elbe, direkt vor den Augen ihrer Schwester. Nur knapp entging das Mädchen dem Tod, doch es folgten Wochen im Koma und die Ungewissheit, ob Emelie jemals wieder gesund wird.

Die damals Fünfjährige aus dem rheinland-pfälzischen Aspisheim hatte mit ihrer ein Jahr älteren Schwester auf einem Ponton am Anleger gespielt, während die Eltern draußen vor dem Nordsee-Restaurant in direkter Nähe gegessen hatten. Doch dann verlor das Mädchen offenbar das Gleichgewicht und stürzte in die Elbe.

Der Vater soll sofort, nachdem seine Tochter in den Fluten verschwand, ins Wasser gesprungen sein. Zwei weitere Augenzeugen halfen ihm bei der Suche im Wasser. Allerdings ohne Erfolg: Aufgrund der starken Strömung wurde das Mädchen sofort unter Wasser gezogen.

Einem Feuerwehrmann gelang schließlich die Rettung aus dem Wasser. Mehr als eine halbe Stunde lang versuchten Notärzte und Rettungsassistenten daraufhin, Emelie wiederzubeleben. Fast ebenso lang soll sie im Wasser getrieben sein. Wochen des Bangens begannen. Emelie lag im Koma im UKE, schwebte in Lebensgefahr.

Einen Monat nach dem Unglück geschah dann das Wunder: Emelie erwachte, konnte sprechen und ihr Zustand war stabil. Doch klar war damit noch lange nicht, ob Emelie vielleicht Behinderungen davon tragen würde. Für das Mädchen folgten Monate in einer Reha-Klinik im Ruhrgebiet.

Ein Jahr nach dem Unfall macht Emelie offenbar gute Fortschritte. Über ihr jetziges Leben berichtet nun die Zeitschrift „Auf einen Blick“ im Rahmen der Aktion „Helden des Alltags“. Denn für Emelie und ihre Familie ist der Alltag demnach zu einer Herausforderung geworden. Viermal in der Woche stünden für die heute Sechsjährige Reha-Termine an, ihr Gehirn soll sich noch immer nicht erholt haben, wie die Zeitschrift von Ärzten erfahren haben will. Emelie soll unter starken Stimmungsschwankungen leiden, im Kindergarten stehe ihr eine Integrationskraft zur Seite.

„Wir haben nur noch wenige Freunde, denn manche kommen mit der Situation nicht zurecht“, sagte Emelies Vater dem Blatt. „Wir müssen zusammenhalten – und das tun wir auch.“ Schließlich steht für seine Tochter im kommenden Jahr die Einschulung an. (schrö)