Hauptbahnhof

Schläger-Duo führt mit Opfer Scheinhinrichtung durch

Mit einer Schreckschusswaffe hatten die Täter ihr Opfer bedroht (Symbolbild)

Mit einer Schreckschusswaffe hatten die Täter ihr Opfer bedroht (Symbolbild)

Foto: Hans Wiedl / picture alliance / zb

Zwei Männer hatten den jungen Mann am Hauptbahnhof zuvor verprügelt. Auch vor den Bundespolizisten schreckten sie nicht zurück.

Hamburg. Ein Streit zwischen drei Männern ist in der Nacht zu Donnerstag völlig eskaliert. Wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte, war gegen 0.15 Uhr ein 23-Jähriger an einem der Haupteingänge zum Hauptbahnhof in eine hitzige Diskussion mit zwei anderen Männern geraten. Plötzlich attackierte das betrunkene Duo den jungen Mann. Einer der beiden zückte eine Schreckschusspistole und verpasste dem 23-Jährigen damit einen Schlag auf den Kopf. Dieser ging zu Boden. Doch anstatt von ihrem Opfer abzulassen, schlugen und traten die Männer weiter auf den Hamburger ein.

Besonders grausam: Im Laufe der Attacke führten die Täter mit ihrem Opfer eine Scheinhinrichtung durch. Einer der Angreifer hielt ihm dabei die Waffe an den Kopf und drückte mehrfach ab. Nach Angaben der Polizei wusste der 23-Jährige aus Barmbek nicht, dass es sich lediglich um eine nicht geladene Schreckschusswaffe handelte. Dann flüchteten die Täter in den Hauptbahnhof - ihr Opfer hatten sie mit Kopfverletzungen einfach liegen gelassen.

Währenddessen waren bereits Bundespolizisten herbeigeeilt und fahndeten nach den Flüchtigen. Einen der Männer, 31, stellten sie an einem Bahnsteig und nahmen ihn fest. Während sie den gefesselten Mann abführten, erschien jedoch der zweite Tatverdächtige - und der fand die Festnahme seines Kumpels gar nicht lustig. Der 24 Jahre alte Mann attackierte die Bundespolizisten mehrfach, bis alle Beteiligten zu Boden gingen.

Immer mehr Polizisten kamen ihren Kollegen zur Hilfe, doch das Duo wehrte sich nach Leibeskräften. Dabei wurde einer der Beamten von dem 31-Jährigen ins Gesicht getreten. Erst mit großer Kraft konnten die beiden Männer auf das Bundespolizeirevier am Hauptbahnhof gebracht werden.

Die Beamten fanden bei dem 24-Jährigen die Schreckschusspistole, außerdem wurde ein Atemalkoholtest gemacht. Das Ergebnis: Der 31-Jährige hatte 1,67 Promille, sein Begleiter 1,55 Promille. Auf beide wartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Das Prügel-Opfer wurde mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizisten erlitten bei der Attacke Prellungen, Schürfwunden und Hämatome. Die Ermittlungen dauern an. (HA)