Große Freiheit

Calexico-Konzert wie eine Fahrt auf dem Highway

Calexico - die amerikanische Band von Joey Burns und John Convertino bei dem Konzert in Hamburg in der Großen Freiheit

Calexico - die amerikanische Band von Joey Burns und John Convertino bei dem Konzert in Hamburg in der Großen Freiheit

Foto: Jazz Archiv/Nieke / Jazzarchiv

Die US-Band Calexico spielte erst ein Schaufensterkonzert in der Innenstadt und begeisterte dann ihre Fans in der Großen Freiheit.

Hamburg.  Am Nachmittag saßen sie noch im kleinen Plattenladen „Michelle Records “ nahe am Hauptbahnhof, sie brachten ihre Instrumente mit, im Geschäft die Zuhörer, Schaufensterkonzert. Die Band Calexico kennt den Ladenbesitzer schon viele Jahre, wenn sie in Hamburg sind, schauen sie vorbei. Calexico ist so etwas wie die 20-Uhr-Nachrichten des Americana: Sie sind seit 18 Jahren da, verlässlich bringen sie neue Alben auf den Markt, reisen für Konzerte durch die Welt. Ihre Fans werden mit der Band älter.

Ein paar Stunden nach dem kleinen Gig im Plattenladen stehen die Anfangvierziger von Calexico auf der Bühne der Großen Freiheit 36. Sie haben Songs ihres neuen Albums „Edge of the Sun“ mitgebracht, am Rande der Sonne. Meistens klingt ihre Musik aber nach praller Sonne, nach einem langen Roadtrip auf den Highways in Arizona, nach Latino und nach Wüstensound. Rasseln, Trompeten, spanische Gitarrensounds, Akkordeon – vielseitig bringen die Musiker ganz unterschiedliche Instrumente in ihren Stil ein. Das Fundament ist ein harmonischer Gesang, mal auf Spanisch, mal auf Englisch, mal rockig, oft sanft. Calexico, das Wort mischt Mexiko mit Kalifornien – so klingt auch die Musik der Band. Und das kommt auch beim deutschen Publikum in der gut gefüllten Freiheit sehr gut an.

Mit ihrem neuen Album „Edge of the Sun“ bewegt sich die Band stärker in Richtung Pop. Auch elektronische Effekte begleiten ihre Lieder. Ein Experiment wagt Calexico dennoch nicht. Sie klingen auch auf dem neuen Album nach der Musik, mit der sie seit zwei Jahrzehnten auf Tour sind. Manchmal klingen sie fast zu sehr nach sich selbst.