Seenot

Hamburger Reederei rettet 2500 Flüchtlinge aus Mittelmeer

Die „Santa Giorgina“: Das Hamburger Schiff rettet Flüchtlingen das Leben

Die „Santa Giorgina“: Das Hamburger Schiff rettet Flüchtlingen das Leben

Foto: Reederei Offen

Die „Santa Giorgina“ hat erst am Montag wieder Hunderte Menschen gerettet, darunter Babys und Kranke. Alle haben überlebt.

Hamburg. Augusta/Hamburg Ein Containerschiff der Hamburger Reederei Claus-Peter Offen hat aus dem Mittelmeer zwischen Malta und Libyen 420 Flüchtlinge aus acht Nationen gerettet. Die 181 Meter lange "Santa Giorgina" befand sich am 12. April auf einer Routinefahrt zwischen der afrikanischen, italienischen und griechischen Küste, als sie von den italienischen Behörden aufgefordert wurde, die Flüchtlinge aufzunehmen. Ein Sprecher der Hamburger Reederei sagte auf Abendblatt-Anfage, dass alle Flüchtlinge überlebt hätten. Sie befinden sich inzwischen an Land - in Augusta (Süditalien).

Der aus Polen stammende Kapitän des Schiffes, Pavel Banys, berichtete von dramatischen Szenen an Bord des Hamburger Schiffes. Unter den Flüchtlingen sei es zu Prügeleien bei der Essensausgabe gekommen. Die Versorgung mit Reis und anderen Nahrungsmitteln musste deshalb vorläufig unterbrochen werden. Es habe ein "aggressives Verhalten unter den Flüchtlingen gegeben", meldete Banys der Reederei.

Auch Kinder, Babys und Kranke

Zuvor waren die Flüchtlinge über ein Schiff der italienischen Behörden an Bord des "MS Santa Giorgina" gelangt. Die Flüchtlinge eines weiteren, offenbar beschädigtes Flüchtlingsbootes enterten unterdessen das Containerschiff, was zusätzlichen Tumult auslöste. Menschen musste aus dem Wasser gezogen werden. Zu den geretteten Flüchtlingen zählten auch Kinder, Babys und Kranke. Der gesundheitliche Zustand sei kritisch.

Nach Abendblatt-Informationen leistete die 22-köpfige Besatzung des Containerschiffes herausragende humanitäre Arbeit. Die Afrikaner mussten auf dem relativ kleinen Schiff mit Trinkwasser und Proviant versorgt werden. Die Crew stehe unter extremem Stress, heißt es. Sie komme aber selbstverständlich der internationalen Verpflichtung nach, in Seenot befindlichen Passagieren zu helfen.

Ein Zeichen der Humanität

Reederei-Eigner Claus-Peter Offen bedankte sich in einem Fax bei der engagiert handelnden Crewmitgliedern, die aus den Philippinen und aus Polen stammen. Sie hätten ein Zeichen der Humanität gesetzt. Das erfülle die Reederei mit Stolz.

Wie der Reederei-Sprecher sagte, ist die Rettungsaktion kein Einzelfall. Allein in den vergangenen acht Monaten hat die Hamburger Reederei mit ihren Schiffen insgesant 2500 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet.

Das Unternehmen wurde 1971 von Claus-Peter Offen gegründet. Die Reederei verfügt über eine moderne Containerschiffs-Flotte (1.800 bis 14.000 TEU) mit über 90 Schiffen.