Motorrad-Event

Harley Days bleiben mindestens noch fünf Jahre in Hamburg

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Ulrich Gaßdorf
Auf dem Kíez unterwegs: Die Reeperbahn ist bei Harley-Fahrern sehr beliebt. Dieses Foto entstand bei den Harley Days im vergangenen Jahr

Auf dem Kíez unterwegs: Die Reeperbahn ist bei Harley-Fahrern sehr beliebt. Dieses Foto entstand bei den Harley Days im vergangenen Jahr

Foto: Juergen Joost

Das Großmarktgelände ist für weitere fünf Jahre der Austragungsort für das Motorradevent. Der Vertrag wurde unterzeichnet.

Hamburg.  Die Stadt setzt auf die umstrittenen Hamburg Harley Days: Der Vertrag zwischen dem Großmarkt Hamburg (das Gelände gehört der Stadt) und dem Veranstalter Uwe Bergmann wurde um fünf Jahre bis 2020 verlängert. Das bestätigte Bergmann auf Abendblatt-Anfrage.

Das Großmarktgelände ist seit 2010 der Austragungsort für das Event, zu dem im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Menschen aus dem In- und Ausland kamen: „Wir haben durch die Vertragsverlängerung bis 2020 jetzt Planungssicherheit. Die Fläche ist für dieses Event aufgrund der Lage in Innenstadt und Autobahnnähe bestens geeignet“, sagte Bergmann. Auch die Behörde für Verkehr, Wirtschaft und Innovation, die die Federführung für den Großmarkt hat, begrüßte den Deal: „Die Hamburg Harley Days zählen zu den wirtschaftlich beziehungsweise touristisch bedeutendsten Großveranstaltungen der Hansestadt“, sagte Sprecherin Susanne Meinecke. Es würden erhebliche zusätzliche Umsätze nicht nur in der Hotellerie, sondern auch in weiteren Branchen wie der Gastronomie oder im Einzelhandel generiert, nicht zuletzt, weil die Teilnehmer der Veranstaltung überwiegend einer besonders kaufkräftigen Klientel zugerechnet werden können, so Meinecke weiter. Für Hamburg-Tourismus-Chef Dietrich von Albedyll steht fest: „Diese Veranstaltung ist ein Gewinn für die Stadt. Die Bilder, die hier entstehen, gehen um die Welt.“

Allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Kritik an der Veranstaltung, auf der Motorradfans aus aller Welt ihre blankpolierten Maschinen präsentieren und ein Wochenende lang die Stadt mit ihren Fahrzeugen erkunden. Von 2004 bis 2009 war der Austragungsort für das Event das Heiligengeistfeld, und es gab Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung. „Die Verlegung auf das Großmarktgelände war für alle Beteiligten ein Glücksgriff. Denn hier gibt es weit und breit keine Wohnhäuser“, sagte Bergmann. Dem Veranstalter ist wichtig: „Wir wollen nicht, dass sich die Hamburger durch die Harley Days gestört fühlen. Wir wollen viel mehr alle Menschen in dieser Stadt für dieses Event begeistern und setzen dabei auf ein friedliches Miteinander.“

Deshalb startet Bergmann zu den nächsten Harley Days vom 26. bis zum 28. Juni eine außergewöhnliche Plakatkampagne unter dem Motto „Respekt für Hamburg“. „Wir wollen unsere Gäste darauf aufmerksam machen, dass sie sich bei ihren Motorradtouren durch Hamburg rücksichtsvoll verhalten müssen“, sagte Bergmann.

Die rund 200 Plakate werden schwerpunktmäßig in der Neustadt und auf der Reeperbahn sowie im Bereich des Großmarkts aufgehängt und tragen Slogans mit Aufforderungen wie „Bitte meidet Wohngebiete“ oder „Bitte achtet auf die Lautstärke“. Auch an den Autobahnausfahrten wird auf Großtafeln für rücksichtsvolles Verhalten geworben.

Die Aktion begrüßt der Grünen-Fraktionschef in der Bezirksversammlung Mitte, Michael Osterburg: „Damit setzen die Veranstalter ein Zeichen. Nun bleibt zu hoffen, dass sich die Harley-Fahrer das auch zu Herzen nehmen.“ Es habe keiner etwas gegen die Veranstaltung an sich, nur sie dürfe nicht zu Lasten der Hamburger Bevölkerung gehen, so Osterburg weiter. SPD-Fraktionschef Falko Droßmann sagt: „Es ist sehr positiv, dass sich der Veranstalter mit der Lärmproblematik auseinandersetzt und den Harley-Fahrern signalisiert, dass in dieser Stadt auch Menschen leben, auf die Rücksicht genommen werden muss.“ Für Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) steht fest: „Wir haben Verständnis dafür, dass die Harleyfahrer auch in der Innenstadt und auf St. Pauli mit ihren Maschinen präsent sein wollen. Aber das muss in Einklang mit dem Anspruch der Anwohner auf ein Mindestmaß an Ruhe gebracht werden.“

In diesem Jahr wird es am 28. Juni anlässlich der Harley Days die Motorradparade geben. Start- und Zielpunkt ist der Großmarkt: „Wir achten bei der Streckenführung darauf, dass wir die Innenstadt nicht über Gebühr belasten.“ Die Strecke wird unter anderem über die Reeperbahn und durch das Hafengebiet führen.

Die Veranstaltungssaison beginnt aber schon früher: Nach dem aktuell laufenden Frühlingsdom wird der Hafengeburtstag vom 8. bis 10. Mai gefeiert. Der Schlagermove steht dann am 11. Juli auf dem Programm.

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