Eppendorf

Hamburger Polizei trainiert mit Drachenbooten

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Antonia Thiele
Das Drachenboot-Team beim Wochenendtraining

Das Drachenboot-Team beim Wochenendtraining

Foto: Juergen Joost

Die Wassersportabteilung startet in die neue Saison - und rudert mindestens zwölf Stunden pro Woche.

Eppendorf.  An der Streekbrücke steigt die Stimmung im Boot deutlich. 6000 Meter hat das Sportsteam in den vergangenen 45 Minuten im Drachenboot hinter sich gebracht, jetzt geht es zurück zum Vereinshaus am Isebekkanal für eine Pause – vor den nächsten 8000 Metern. Das Sportsteam, das zur Wassersportabteilung der Sportvereinigung Polizei Hamburg (WSAP) gehört, absolviert sein monatliches Trainingscamp, um sich auf die Saison vorzubereiten.

Auf dem Isebekkanal ist es an diesem Wochenende ruhig, nur einige Kanuten sind trotz des grauen Himmels auf dem Wasser. Und der Isedrachen, das Drachenboot, in dem das bestehende Team trainiert. 18 Männer und Frauen rudern, eine steuert, eine gibt den Takt an. Die gelben Streifen am Rand des Bootes tauchen immer wieder leicht in das Wasser ein. Um den Rhythmus zu finden, schaut jeder auf seinen Vordermann. Manchmal zählt Jule Niendorf, die im Bug des Bootes an der Trommel sitzt, ihn auch vor, oder sie schlägt leicht auf das Gehäuse der Trommel. Mit dem Schlagstock den Takt auf der Trommel angeben, wie es typischerweise zum Drachenbootfahren gehört, darf sie erst, wenn sie die Alster erreicht haben – die Anwohner des Kanals haben es gern ruhig.

Hamburger Polizeibeamte gründeten den WSAP 1920, heute sind unter den Mitgliedern längst nicht mehr nur Polizisten. Der Drachenbootsport kam im Jahr 2000 mit einem ersten Team zu den Ruderern und Kanuten hinzu. Heute verfügt der Verein über sechs große Drachenboote, sowie über ein sogenanntes Small Boat für zehn Mann. „In Hamburg entwickelt sich der Drachenbootsport konstant weiter“, sagt Martin Schramm, der sportliche Leiter des Sportsteams. Besonders in Wettkämpfen der Small Boats ist der 35-köpfige Kader erfolgreich, sagt Schramm: „Damit gehören wir zu den Top Teams in Deutschland.“

Im Herbst holte das Sportsteam den Vizetitel bei den Vereinsweltmeisterschaften im italienschen Ravenna. Dafür trainiert das Team hart: Etwa zwölf Stunden pro Woche sind Standard, einmal im Monat gibt es ein Wochenend-Camp. Morgens um neun beginnt die erste Einheit: Acht mal 1000 Meter, dazwischen jeweils zwei Minuten Pause. Die zweite Einheit besteht aus einer Pyramide: 1000 Meter, 1500 Meter, 2000 Meter – und wieder abwärts. Dann folgen noch einmal vier mal 1500 Meter und zum Schluss acht mal 1000 Meter – am nächsten Tag geht es weiter.

Mitte Juni gibt es einen der Höhepunkte der Saison: den Drachenboot Cup der Michael Stich Stiftung auf der Binnenalster am 12. Juni. Der WSAP stellt die Boote zur Verfügung.

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