Olympia in Hamburg

Sportbund setzt auf Transparenz bei Olympiabewerbung

DOSB will Anfang März die Kriterien für seine Entscheidung erarbeiten

Hamburg. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) setzt im Bewerbungsverfahren um die Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 auf größtmögliche Transparenz. Das erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann, 54, bei seinen Besuchen am Montag und Dienstag in den Kandidatenstädten Berlin und Hamburg.

Auf seiner Präsidiumssitzung am 10. März will der Sportbund seine Kriterien für die Entscheidung zwischen Berlin und Hamburg festlegen und das Ergebnis der laufenden Meinungsumfragen in beiden Städten bekannt geben. Am 15. März beraten die Spitzensportverbände in Frankfurt am Main das Thema. Für den Tag danach hat das neunköpfige DOSB-Präsidium Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen eingeladen, um eine Empfehlung an die Mitgliederversammlung am 21. März in der Frankfurter Paulskirche zu erarbeiten. Das Ergebnis soll gegen 19 Uhr verkündet werden.

In Hamburg haben sich Olympiaunterstützer für den 16. März um 17 Uhr im Skylight-Café der O2 World verabredet. Sie wollen live die Pressekonferenz des DOSB verfolgen, die Hamburg 1 und NDR übertragen werden. Falls die Führung des Sportbundes sich für Hamburg ausspricht, denkt der Hamburger Sportbund darüber nach, am 21. März eine Olympiaparty auszurichten.

Nach der Entscheidung am 21.März wird der DOSB eine Bewerbergesellschaft gründen, die ihren Sitz in der betreffenden Stadt hat. Beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) muss die Kandidatur für 2024 bis zum 15. September 2015 hinterlegt werden. Die Entscheidung über den Ausrichter der Sommerspiele 2024 fällt im Sommer 2017 in Lima (Peru).

Der DOSB sieht Berlin und Hamburg für eine Bewerbung gut gerüstet. Ein entscheidender Punkt werde sein, ob in den Städten eine entsprechende Olympiastimmung herrsche. Sie haben aber in Berlin und Hamburg zuletzt viele positive Signale wahrgenommen, sagten Hörmann und Michael Vesper, der Vorstandsvorsitzende des DOSB. Vieles laufe in der Kommunikation besser als 2013 bei der Münchner Kampagne für die Winterspiele 2022. Damals hatten in Meinungsumfragen in ihrer Region 65 Prozent der Münchner die Spiele befürwortet, bei der Volksabstimmung im November 2013 jedoch 52 Prozent dagegen gestimmt. Das könnte an der geringen Wahlbeteiligung von 29 Prozent gelegen haben. Demnach hätte jeder zweite Olympiagegner seine Stimme abgegeben, aber nur jede fünfte Befürworter.