Stipendiaten aus den USA finden die HafenCity spannend

Gäste der Robert Bosch Stiftung informierten sich über Hamburg

Neustadt. Die Hafen-Barkasse schippert an der Baustelle der Elbphilharmonie vorbei, und die Aufmerksamkeit der amerikanischen Besucher ist auf einmal voll da. Einige zücken ihre Kameras, machen Fotos – Souvenirs für daheim von ihrer Hamburg-Exkursion. „Ich habe viel von der Elbphilharmonie gehört; es wird sich zeigen, wenn sie mal fertig ist, ob das Projekt ein Erfolg wird“, sagt Katharine Burgess, 32, Städteplanerin aus Washington D. C.

Die US-Amerikanerin ist eine von 14 Teilnehmern des „Fellowship“-Programms der Robert Bosch Stiftung. Die Stipendiaten, junge Berufsanfänger und künftige hochkarätige Führungskräfte, sind zwischen sechs und neun Monate in Deutschland. Sie arbeiten in Unternehmen, Ministerien und anderen Institutionen und informieren sich in Seminaren und bei Gesprächen mit Multiplikatoren über Deutschland und Europa, in der vergangenen Woche in Berlin und Hamburg. „Es geht bei dem Programm vor allem darum, voneinander mehr zu lernen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, sich auszutauschen und so ganz konkret Völkerverständigung zu praktizieren“, sagt Hans-Ulrich Klose, Ex-Bürgermeister und Chef-Berater des Fellowship-Programms der Bosch Stiftung.

Kathrine Burgess arbeitete in Berlin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. „Die HafenCity ist ein spannendes Projekt, wie sich eine Stadt erweitert“, sagt sie. „Umwelt hat in Deutschland eine viel höhere Priorität als in den USA“, stellt Teilnehmer Tim Stumhofer, 30, fest. Adam Gerstmeier, ein 32-Jähriger aus Milwaukee im US-Staat Wisconsin mit deutschen Vorfahren, erwähnt die Zurückhaltung vieler Deutscher. „Es dauert manchmal, bis sie sich geöffnet haben, aber dann hat man oft wirkliche Freunde.“ Er arbeitet derzeit als Controller in der Porsche AG in Stuttgart. Er lobt die nette Atmosphäre mit seinen deutschen Kollegen – und schwärmt von seinem Kurzurlaub im Schwarzwald mit einem Porsche Boxster, den er sich gemietet hat. „Wunderbar, auf der Autobahn mit Tempo 220 zu fahren, das gibt es in den USA nicht.“

In Hamburg informierten sich die Teilnehmer unter anderem bei Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) über neueste Projekte. An diesem Wochenende stehen auch Termine zur Bürgerschaftswahl an. Am Montag kehren sie wieder zu ihren Wohnorten in Deutschland zurück.