Kriminalität

Die Zahl der Einbrüche in Hamburg steigt wieder

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Die Polizei hat jedoch deutlich mehr Fälle als in den Vorjahren aufklären können, insgesamt jede zehnte Einbruchstat. Die höchste Steigerung gibt es in Altona, die meisten Taten in Mitte.

Hamburg. Ungeachtet mehrerer Schwerpunkteinsätze gegen Einbrecher, bei denen Tausende Polizisten eingesetzt wurden, ist die Zahl der Einbrüche in der Hansestadt im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Allerdings hat die Polizei deutlich mehr Fälle als in den Vorjahren aufklären können, insgesamt jede zehnte Einbruchstat. Das ist die höchste Aufklärungsquote seit fünf Jahren. Allein im letzten Quartal 2014 hatte die Polizei mehr als 310 Einbrecher festnehmen können.

17.151 Fälle schwerer Einbruchskriminalität registrierte die Polizei in 2014. Das entspricht einer Steigerung von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damals waren noch 16.506 Taten aufgenommen worden. Absolut waren es 645 Taten mehr. Im Mehrjahresvergleich liegen die aktuellen Fallzahlen allerdings noch unter denen von 2012. Vor drei Jahren mussten von der Polizei 17.339 Fälle schwerer Einbruchskriminalität bearbeitet werden.

Diese Zahlen erfuhr das Abendblatt aus Polizeikreisen. Das Deliktsfeld „schwere Einbruchskriminalität“ umfasst nicht nur den für den Bürger äußerst sensiblen Bereich des Haus- und Wohnungseinbruchs, sondern auch verschiedene Arten von Einbruchsdiebstahl, etwa aus Büros oder Kellerräumen. Die Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchs sollen ähnlich stark gestiegen sein. Aber auch hier soll die Aufklärungsquote, die 2014 bei der schweren Einbruchskriminalität von 8,4 auf 9,9 Prozent stieg (insgesamt gab es 304 mehr aufgeklärte Fälle), ein Mehrjahreshoch erreicht haben.

Deutlich mehr Einbrüche verzeichnete die Polizei in den Bezirken Altona (plus 12,2 Prozent), Bergedorf (10,7) und in Mitte (9,2) – wobei letzterer Bezirk, mit 4411 Taten insgesamt, die höchsten Fallzahlen aufweist. Positiv sind die Rückgänge insbesondere in Eimsbüttel (minus 109 Taten) und Nord (minus 47). Bemerkenswert ist, dass 36,4 Prozent aller Taten im Versuchsstadium blieben und Einbrüche in 6237 Fällen nicht zu Ende geführt wurden. Den Grund dafür sieht die Polizei im immer besseren Einbruchsschutz bei Wohnungen und Häusern.

„Es ist richtig, dass wir eine Fallzahlsteigerung im Bereich der Einbruchskriminalität haben. Damit sind wir natürlich nicht zufrieden, deshalb werden wir auch nicht nachlassen, das Phänomen intensiv zu bekämpfen“, sagte Polizeisprecher Mirko Streiber. „Dass wir aber auch mit unserer Arbeit Erfolge erzielt haben, zeigt der deutliche Anstieg bei der Aufklärungsquote.“

Während der „Herbstoffensive 2014“, von Oktober bis Ende Dezember, bei der 8100 Beamte im Einsatz waren, sei die Polizei mit einem täterorientierten Ansatz gezielt gegen potenzielle Einbrecher vorgegangen. „Dadurch konnten wir nicht nur den sonst üblichen starken Anstieg der Einbruchskriminalität in der dunklen Jahreszeit abmildern“, sagte Streiber, es habe auch fast doppelt so viele Festnahmen wie im Vorjahreszeitraum gegeben. Er betonte, wie wichtig die Unterstützung aus der Bevölkerung sei. In sehr vielen Fällen hatten Täter nach Alarmierungen von Anwohnern und anderen Zeugen festgenommen werden können.

Einige der Einbrecher gehören zu internationalen Tätergruppen. Polizeisprecher Mirko Streiber: „Bei solchen reisenden Tätern ist eine Aufklärung der Taten besonders schwierig, da sie kaum Spuren hinterlassen und nur kurz in Hamburg verweilen.“