Olympia in Hamburg

Linke werfen Bezirksamt Wandsbek Verletzung der Neutralitätspflicht vor

Wandsbek. Die Linkspartei im Bezirk Wandsbek fordert amtliche Neutralität in der Olympiafrage: In ihrem Antrag für die Bezirksversammlung am Donnerstag lehnt sie „die einseitige Fürsprache des Bezirksamts für die Olympiabewerbung“ ab und fordert die Verwaltung auf, „in Zukunft eine ausgewogenere Haltung“ einzunehmen. Mit der Unterstützung des ECE-Lichtspektakels, dessen Skylights die Farben der Ringe in den Himmel strahlen, habe das Bezirksamt seine „Kompetenzen in unverantwortlicher Weise übertreten“.

Die Linksfraktion verwies auf die in der Bürgerschaft im vergangenen Mai beschlossene „ergebnisoffene“ Bürgerbeteiligung. Das Amt dürfe vor einem Volksvotum keine Position pro Bewerbung beziehen und habe bei allen bezirklichen Aktivitäten Pro und Kontra zu berücksichtigen. Rainer Behrens, sportpolitischer Sprecher der Linksfraktion Wandsbek: „Seit Anfang dieses Jahres passiert das Gegenteil. Senat, Handelskammerleitung und die Werbeagenturchefs mit den dicksten Etats von Olympiaprofiteuren setzen auf Meinungsmanipulation pro Olympia, auf Euphorie statt auf Sachdebatte.“

Dabei lägen die Finanzierungsfragen im Dunkeln, eine Kostenexplosion sei wahrscheinlich. 70 Prozent der Hamburger teilten diese Sorgen, sagte Behrens. Die Linke lehne eine Olympiabewerbung Hamburgs daher ab. Der Linken-Antrag fordert das Bezirksamt auf, olympiakritische Beiträge gleichberechtigt zu berücksichtigen und auf der amtlichen Homepage einen Link zu www.nolympia-hamburg.de, die Seite der Olympiakritiker, zu stellen.

( (axö) )

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