Schüler machen Zeitung

Der Verpackungswahn bedroht die Umwelt, Tiere und uns Menschen

Hamburg. Nach Angaben des deutschen Umweltbundesamtes befanden sich 2013 etwa 100 bis 150 Millionen Tonnen Abfälle in den Meeren, 60 Prozent davon sind aus Plastik. Jährlich gelangen noch etwa 10 Millionen Tonnen Müll dazu. Im Meer landen Plastiktüten und -verpackungen, aber auch Zahnbürsten, CD-Hüllen, Feuerzeuge, Kabel. Die Menge an Plastikmüll im Meer nimmt insbesondere wegen der langen Abbauzeit von Kunststoffen zu. Sie beträgt etwa 450 Jahre.

Viele Tiere verenden, weil sie sich im Plastikmüll verfangen oder sich damit strangulieren. Durch die Wellenbewegung und durch die Lichteinwirkung wird der Plastikmüll mit der Zeit in kleine Teile zersetzt und dann von Vögeln und Meerestieren gefressen. Wenn wir diese Tiere anschließend verzehren, gelangt der giftige Müll schließlich auch in unsere Mägen.

Der Verpackungswahn stellt eine ernsthafte Bedrohung für Umwelt, Tiere und uns Menschen dar. Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich deshalb dafür ausgesprochen, den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern. Bis 2025 soll die Zahl auf 40 Tüten pro Bürger und Jahr gesenkt werden. Laut Naturschutzbund Nabu sind es in Deutschland derzeit rund 70 bis75 Tüten pro Kopf und Jahr, in Polen und Portugal sind es sogar 500.

Viele deutsche Städte sind wichtige Schritte in die richtige Richtung gegangen. Die Ratsversammlung in Kiel hat mehrheitlich beschlossen, dass die Stadt plastikfrei werden soll. Im Einzelhandel soll möglichst freiwillig auf Plastiktüten und -verpackungen verzichtet werden. Am wichtigsten allerdings ist, dass den Menschen klar wird, wie einfach es ist, auf Plastik zu verzichten. Jeder sollte zum Einkaufen eine eigene Tasche dabei haben, aber auch die Geschäfte sollten Artikel nicht wie selbstverständlich in Plastiktüten packen. Vorbildlich arbeitet ein Laden in Berlin-Kreuzberg namens „Original Unverpackt“. Dort gibt es 350 Artikel, die alle in wiederverwertbare Behälter gefüllt werden. Das ist sicher ein gutes Vorbild und sollte nachgeahmt werden.

Joshua Lampert, Klasse 9c, Gymnasium Oldenfelde