Fluglärm

Initiativen gegen den Fluglärm nennen Einigung trügerisch

Foto: Andreas Laible / HA / A.Laible

SPD, Grüne, CDU und FDP haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Fluglärm geeinigt. Den Bürgerinitiativen geht das nicht weit genug. Auch wollen sie sich von der Harmonie nicht vereinnahmen lassen

Langenhorn. Der Dachverband der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm (BIG Fluglärm) e.V. hat energisch bestritten, dass es zu einer Einigung in der Fluglärmfrage gekommen sei. „Die Hamburger Politik mag sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt haben, aber für uns Lärmbetroffene sind die einstimmigen Beschlüsse des Umweltausschusses nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, sagte Margarete Hartl-Sorkin, Vorsitzende der „BIG-Fluglärm Hamburg e.V.“ Angesichts dieser Sachlage von „Einigung“ zu sprechen sei irreführend und trügerisch.

SPD, Grüne, CDU und FDP haben den zunächst gescheiterten Zehn-Punkte-Plan erweitert und beschlossen, einen zweiten Anlauf zur Verlängerung bzw. Lärmreduzierung der Landeanflüge in Hamburgs Nordosten zu unternehmen. Außerdem soll die Fluglärmschutzbeauftragte mit einem gesetzlich verbrieften Auftrag gestärkt und mit mehr Mitspracherechten bei der Erteilung oder Verweigerung von Ausnahmegenehmigungen jenseits der Betriebszeiten ausgestattet werden. Das wäre einmalig im Bundesgebiet.

„Der Lärm ist damit nicht verschwunden“, sagte Hartl-Sorkin. Sie fordert Sofortmaßnahmen gegen die im letzten Jahr gestiegene Belastung, die auf die Begrenzung der Kapazitäten in Fuhlsbüttel und letztlich auf die Verlegung des Flughafens hinausliefen. Außerdem fordert sie im Einklang mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmschutzkommissionen eine Verschärfung des Fluglärmschutzgesetzes. Auch die der Umweltbehörde angegliederte Hamburger Fluglärmschutzbeauftragte Gudrun Pieroh-Joußen nannte die Schutzwirkung des Gesetzes „unzureichend“.

( (axö) )

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