Umfrage: AfD vor dem Sprung in die Bürgerschaft, FDP holt auf

SPD hätte absolute Mehrheit verloren. Aber Scholz beliebter als Merkel. 62 Prozent der Hamburger wollen Olympia

Hamburg. Gut vier Wochen vor der Hamburger Bürgerschaftswahl am 15. Februar ist der Ausgang offener denn je: In einer aktuellen NDR-Umfrage kommt die Alternative für Deutschland (AfD) erstmals wieder auf fünf Prozent (zuletzt vier Prozent) und würde damit in die Bürgerschaft einziehen. Die SPD bleibt mit 43 Prozent unverändert und unangefochten stärkste Partei, die CDU kommt auf 22 Prozent (minus zwei).

Während die Grünen mit 14 Prozent und die Linke mit acht Prozent (minus eins) ihr Niveau halten, macht die FDP einen Sprung nach vorn: Nach zuletzt zwei Prozent klettern die Liberalen auf vier Prozent. Wenn am Sonntag Wahl wäre, hätte die SPD ihre absolute Mehrheit verloren. Rechnerisch wäre ein rot-grünes Bündnis möglich. In einer parallel veröffentlichen Umfrage der „Bild“-Zeitung kommt die AfD sogar auf sechs Prozent, die SPD auf 42 Prozent, die CDU auf 23 Prozent und die Linke auf sieben Prozent, während die anderen Werte unverändert sind.

Der unmittelbare Vergleich zwischen Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und seinem Herausforderer Dietrich Wersich (CDU) fällt in der NDR-Umfrage eindeutig aus: 66 Prozent der Befragten würden Scholz wählen, wenn es eine Direktwahl für den Bürgermeister gäbe, nur 16 Prozent Wersich. Mit der Arbeit des Bürgermeisters sind sogar 72 Prozent (plus fünf) der Befragten zufrieden. Scholz liegt damit knapp vor der Quote von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die bundesweit auf 71 Prozent Zustimmung kommt.

Insgesamt erreicht der SPD-geführte Senat nach vier Jahren gute Noten: 62 Prozent der Hamburger sind mit der Arbeit der Rathaus-Regierung zufrieden, vier Prozent sogar sehr. Rund ein Viertel (24 Prozent) sind weniger zufrieden und fünf Prozent gar nicht.

Dass der Ausgang der Wahl noch völlig offen ist, zeigen diese Zahlen: Während 68 Prozent der Befragten sagen, dass ihre Parteipräferenz so gut wie fest steht, erklären 32 Prozent, dass sie sich noch ändern könne. Am wenigsten festgelegt sind die Anhänger der Grünen, von denen noch 46 Prozent schwanken. Bei CDU und SPD ist ein knappes Drittel noch nicht ganz festgelegt. Dagegen sagen 88 Prozent der AfD-Anhänger, dass ihre Entscheidung feststeht, nur zwölf Prozent sind unsicher.

Die Begeisterung für Olympia scheint Fahrt aufzunehmen. Dass das sportliche Weltereignis 2024 oder 2028 in Hamburg stattfinden solle, finden 62 Prozent der Befragten gut, 34 Prozent sind dagegen. Die höchste Zustimmung gibt es bei SPD- und CDU-Anhängern mit 72 bzw. 67 Prozent, die geringste bei den Linken mit 30 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap hat im Auftrag des NDR 1000 wahlberechtigte Hamburger in der Zeit vom 9. bis zum 12. Januar telefonisch befragt.