Menschlich gesehen

Gut gebaut

Er gilt als Mann des langen Atems: und das nicht nur, weil Holger Kowalski, 67, viele Jahre lang Marathon gelaufen ist, sogar ein paarmal in New York. Der gebürtige Kieler bewies, um im sportlichen Bild zu bleiben, auch Kondition im Immobiliengeschäft. 42 Jahre arbeitete der gelernte Immobilienkaufmann bei der Baugenossenschaft Altonaer Spar- und Bauverein (Altoba), seit 1985 war er Vorstandsvorsitzender. Zum Jahresende ist er in den Ruhestand getreten.

Viele Jahre war der Vater einer Tochter und Großvater von zwei Enkelkindern zudem Landeschef des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen, denen etwa ein Drittel der rund 900.000 Wohnungen in Hamburg gehören. Und in dieser Funktion verhandelte er 2011 mit dem Senat das Bündnis für das Wohnen in Hamburg. Wie wichtig der Wohnungsbau in der wachsenden Stadt ist, zeigt sich dabei sehr deutlich an den Zahlen der Altoba, die vornehmlich in Altona, einer der begehrtesten Wohnlagen der Stadt, baut.

16.000 Interessenten hat die Genossenschaft aktuell auf der Warteliste, kann aber nur maximal 60 bis 70 Wohnungen im Jahr bauen. Als einer der gefragtesten Stadtteile gilt Ottensen. Warum, das weiß Kowalski nur zu gut selbst. Vom Stadtrand ist er mit seiner Frau selbst erst vor wenigen Jahren hierhergezogen. „Es ist einfach der bunte Mix, der das Wohnen dort so attraktiv macht.“ Aber gerade dieser Mix sei sehr ernsthaft in Gefahr.