Altona

85 Bäume weg? Bezirksamt fürchtet Kahlschlag in Bahrenfeld

Wenn die Luruper und die Bahrenfelder Chaussee im kommenden Jahr saniert werden, müssen bis zu 85 Bäume gefällt werden. Das Bezirksamt fordert die Verkehrsbehörde auf, die Planungen zu überdenken.

Hamburgs. Von einer Allee zur Asphaltwüste? Das Bezirksamt Altona warnt vor einem Baumkahlschlag an der Bahrenfelder und der Luruper Chaussee und fordert die Verkehrsbehörde auf, die geplante Instandsetzung der Straße noch einmal genau zu prüfen.

„Durch die geplanten Eingriffe wird das Orts- und Straßenbild grundlegend und nachhaltig beeinträchtigt“, fürchtet die zuständige Fachabteilung des Bezirksamtes, das in dieser Woche mit einer schriftlichen Stellungnahme auf die Pläne der Verkehrsbehörde reagierte. Durch die geplanten Radfahrstreifen müssten die mit Bäumen bepflanzten Mittelstreifen nämlich teilweise weichen.

Die Verkehrsbehörde rechnet damit, dass 49 Straßenbäume wegfallen. Nach Einschätzung der Abteilung Stadtgrün sind jedoch deutlich mehr betroffen. Grund: „Bei Wurzelverlusten von circa 30 Prozent ist von einem Totalverlust des Baumes auszugehen. In Verbindung mit massiven Kronenschnitten für die Herstellung des Lichtraumprofiles kann die Verkehrssicherheit für weitere 36 Straßenbäume nicht mehr garantiert werden“, heißt es in der Stellungnahme. Realistisch ist also bei der vorliegenden Planung die Fällung von insgesamt 85 Straßenbäumen mit einer Altersstruktur von 35 bis 80 Jahren.“

Der Eingriff komme einer sogenannten flächigen Rodung des Bestandes gleich. Das Bezirksamt fordert jetzt, den „massiven Eingriff zu reduzieren, die vorhandenen Grün-Ressourcen zu schonen und den baubedingten Eingriff in den örtlichen Baumbestand durch Umplanungen zu minimieren.“

Bei der Verkehrsbehörde heißt es, dass die Planungen noch nicht endgültig seien. Grundsätzlich sei es so, dass die Bahrenfelder und Luruper Straße im kommenden Jahr instand gesetzt werden sollen. „Dabei schauen wir natürlich, was wir für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer tun können“, so Sprecherin Helma Krstanoski.

Dazu gehören neben Bussen und Fußgängern auch Fahrradfahrer. Auf Basis der am Montag vorgestellten Planungen werde das Konzept nun weiter entwickelt und geprüft, wie viele Bäume tatsächlich gefällt werden müssten. Grundsätzlich gelte: „Bäume die gefällt werden, werden zu 100 Prozent ersetzt“, so Krstanoski.