Kriminalität

In Hamburg werden immer weniger Autos gestohlen

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Daniel Herder

Allerdings haben es Diebe auf hochpreisige Modelle abgesehen. Im bundesweiten Ländervergleich belegt Hamburg aber trotz des Rückgangs weiterhin einen Spitzenplatz. Nur jedes zehnte Delikt wird aufgeklärt.

Hamburg. Ein erfreulicher Trend verfestigt sich: Wie in den vergangenen Jahren geht die Zahl der Autodiebstähle in Hamburg weiter zurück. 2013 waren nach einer Auswertung des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) 957 kaskoversicherte Autos gestohlen worden, fast 100 weniger als 2012. Das entspricht einem Rückgang von 7,8 Prozent. Diese Entwicklung belegt zudem die Kriminalstatistik der Hamburger Polizei. Sie umfasst auch die nicht diebstahlversicherten Fahrzeuge. Demnach waren im Vorjahr 1983 Autodiebstähle angezeigt worden – 7,4 Prozent weniger als 2012.

Zum Vergleich: 2004 waren der Polizei 3693 Autos als gestohlen gemeldet worden. Wenn man sich die vergangenen zehn Jahre anschaue, sei ein positiver Trend deutlich erkennbar, sagt Christian Hieff, Sprecher des ADAC Hansa. Auch wenn es „jahresweise immer wieder Ausreißer nach oben und unten gibt, was vor allem von der Aktivität professioneller Banden abhängt“. Diese Tätergruppen seien so hoch spezialisiert, dass sie Automodelle nebst gewünschter Ausstattung auf Bestellung lieferten. Aufgeklärt wird von der Polizei aber nach wie vor nur jedes zehnte Delikt. Das Problem: Ein Diebstahl wird häufig erst angezeigt, wenn das Auto längst über die Landesgrenze geschafft ist – und nicht mehr in die Zuständigkeit der Hamburger Polizei fällt.

Im bundesweiten Ländervergleich des GdV belegt Hamburg aber trotz des Rückgangs weiterhin einen Spitzenplatz. Gemessen an der Bevölkerungszahl, werden nur in Berlin und Brandenburg noch mehr Autos gestohlen. Pro 1000 Versicherte sind es in Berlin 3,5 Fahrzeuge, in Brandenburg 1,8 und in Hamburg 1,6. Mit einem Plus von 17,2 Prozent verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Anstieg. Ansonsten gehen die Autodiebstähle in den nördlichen Bundesländern in etwa so stark zurück wie in Hamburg.

Allerdings haben sich die Diebe in der Hansestadt auf teure Autos spezialisiert. Während im Saarland die Versicherer gestohlene Autos im Schnitt mit 7984 Euro entschädigen, zahlen sie in Hamburg durchschnittlich 17.807 Euro aus, so der GdV. Nach ADAC-Angaben waren in Hamburg im laufenden Jahr SUVs, Modelle von Audi und die VW-Busse T4 und T5 bei Dieben am begehrtesten. Bundesweit haben Kriminelle 2013 am häufigsten Autos der Marken Land Rover, Audi und BMW geknackt.

In Deutschland wurden 2013 18.805 kaskoversicherte Fahrzeuge gestohlen – das sind vier Prozent mehr Diebstähle als im Vorjahr, aber nur halb so viele wie 2001. Experten führen diese Entwicklung auf bessere Sicherungssysteme und eine Sättigung der osteuropäischen Märkte mit Luxusautos zurück: Weil die Beute praktisch vor der Haustür liege, erübrige sich häufig eine Diebestour nach Deutschland.

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