Grüne sagen Nein zu Olympia und verlangen Reformen des IOC

Hamburg. Die Grünen wollen nicht auf den Olympia-Zug aufspringen – jedenfalls noch nicht. „Olympia? So nicht!“ lautet die Überschrift für das Kapitel Olympia-Bewerbung im Entwurf zum Bürgerschafts-Wahlprogramm, das der Landesvorstand der Partei jetzt vorgelegt hat. „Wir Grünen sind eine sportbegeisterte Partei“, heißt es in dem Text. Aber: „Wir wollen keine Olympischen Spiele, wenn diese für Hamburg ein unkalkulierbares Kostenrisiko bedeuten!“

Die Grünen haben zudem Zweifel, „ob die sympathische Idee von Spielen der kurzen Wege und einer Einbettung in die Stadtentwicklung mit dem Konzept des Senats tatsächlich realisierbar ist“. Es könne sein, dass der Senat „ein Konzept mit grünen Worten schmückt, das am Ende zu vielen neuen Konflikten in der Stadt führen wird“. Die Parteispitze sieht Schwächen unter anderem in der Planung der Nachnutzung der olympischen Sportstätten und im Verkehrskonzept.

Entscheidend sei, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) seine Richtlinien für die Vergabe der Spiele ändere. „Nicht die Städte müssen sich an Vorgaben des IOC anpassen und sich ihnen unterwerfen, das IOC und die Spiele müssen sich an die Städte anpassen“, schreiben die Grünen, die die Tür nicht völlig zuschlagen. „Wir Grüne sind nicht prinzipiell gegen Olympische Spiele und lassen uns gern überzeugen“, heißt es in dem Entwurf auch mit Blick auf mögliche rot-grüne Koalitionsgespräche nach der Wahl.