Pressekonferenz

Die Pressekonferenz mit dem Dalai Lama in Hamburg

Um Frieden in der Welt verbreiten zu können, muss jeder Mensch damit zuallererst in seiner persönlichen Umgebung anfangen. Mit dieser Botschaft begann der 14. Dalai Lama am Sonnabend seine Pressekonferenz in Hamburg.

Hamburg. Tenzin Gyatso, das Oberhaupt der tibetischen Mönche, wirkt trotz seines straffen Zeitplans gelassen. Er lacht viel, gestikuliert und vergisst manchmal, direkt ins Mikrophon zu sprechen. Der Dalai Lama schafft mit seiner natürlichen und selbstironischen Art eine Harmonie versprühende Aura. Und er hat auf jede Frage natürlich auch eine Antwort. Er halte Kindern oft Vorträge, da sie die Welt noch zu etwas Besserem wandeln könnten. „Die Zukunft kann sich verändern, die Vergangenheit aber bleibt“, sagt der 79 Jahre alte Buddhist. Viele würden bei diesem Satz betroffen in das Publikum schauen, der Tibeter aber lacht. Er macht deutlich: Was geschehen ist, ist geschehen. Aber das was kommt, bestimmen wir.

In einer von Männern beherrschten Welt sollte vor allen Dingen das Bildungssystem für Frauen weiter öffnen. Denn Bildung sei der Schlüssel für Frieden und Liebe in unserer Gesellschaft. „Frauen sind wesentlich mitfühlender als Männer“, bemerkte der Dalai Lama. Außerdem würden sie viel freundlicher aussehen als die meisten Männer.

Um das zu unterstreichen, zieht der fröhliche Mönch einige Grimassen. Von Hamburg habe er bei all seinen Besuchen bisher nie viel gesehen: „Ich komme nicht als Tourist hierher. Wenn ich meinen Tag morgens mit einem Gebet starte, gibt es noch nicht so viel zu sehen draußen“, antwortet der Geistliche auf die Frage, wie er das Leben in der Hansestadt wahrgenommen habe. Schon in den 1970er-Jahren habe er aber beobachtet, wie aufmerksam die Europäer ihm zuhörten.

Die Rolle der Journalisten stuft er als besonders wichtig für ein demokratisches, gerechtes und friedvolles Zusammenleben ein. Die Medien geben der Gesellschaft ethische Werte und Normen vor. Damit sich diese im Sinne der Demokratie aber ein eigenes Bild machen kann, sollten Berichterstattungen objektiv erfolgen.

Die Aufzeichnung der Pressekonferenz vom Dalai Lama sehen Sie hier: