840 Unterschriften gegen Büros für Werber auf Zeise-Parkplatz

Ottensen. Der Unmut gegen die neuen Pläne zur Bebauung des Zeise-Parkplatzes wächst: Nachdem bekannt geworden ist, dass auf dem Grundstück neben dem Zeise-Kino an der Ecke Behringstraße/Friedensallee statt geförderter Wohnungen ein sechsstöckiges Firmengebäude des britischen Werbeunternehmens WPP entstehen soll, haben zwei Anwohner nun eine Online-Petition gegen das Vorhaben gestartet.

„Wir fordern den Bezirk Altona auf, eine solche Bürobebauung zu verhindern“, heißt es in dem Begehren. „Nein, nicht weil wir ‚Wutbürger‘ sind und dem baulichen Fortschritt im Weg stehen wollen. Es geht darum, das wenige, das vom ursprünglichen Ottensen geblieben ist, zu erhalten.“ Die Initiatoren befürchten, dass ein Werbe-Büro für 850Mitarbeiter die Bevölkerungsstruktur aus Studenten, Künstlern und Kreativen verändern würde. Abschließend heißt es: „Büroflächen gibt es in Hamburg mehr als ausreichend. Was fehlt sind Räume, in denen die Menschen, die diese Stadt ausmachen, wohnen und (sich aus-)leben können.“ Die vor rund einer Woche gestartete Online-Petition hatte am Dienstag mehr als 840 Unterschriften gesammelt.

Für das Grundstück, das im Besitz der Stadt ist und verkauft werden soll, war eigentlich ein Wohn- und Geschäftshaus mit günstigen Mieten vorgesehen. Mehr als die Hälfte der rund 80 geplanten Wohnungen sollte öffentlich gefördert sein. Doch vor wenigen Tagen kam heraus, dass der größte Werbedienstleister der Welt WPP dort seine neue Hamburger Niederlassung plant. Laut Abendblatt-Informationen sprach man hinter den Kulissen zwischen Politik und Investoren schon seit Monaten über die neuen Pläne für das Gelände.

Das Areal für den geplanten Neubau grenzt unmittelbar an die denkmalgeschützten Zeise-Hallen der 1869 gegründeten Zeise-Schiffsschraubenfabrik. Schon länger sollte der Parkplatz bebaut werden. Der Bebauungsplan weist für das Areal ein Kerngebiet aus. Ein Baugebiet also, auf dem eine Mischung sowohl aus Büro- und Geschäftsgebäuden als auch aus Wohnungen vorgesehen ist. Problem war jedoch stets, dass auf dem Grundstück eine sogenannte Baulast liegt. Wegen des nahe gelegenen Zeise-Kinos muss jeder Investor dort eine größere Zahl von öffentlichen Parkplätzen nach einer Bebauung bereithalten.