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Senatorin Schiedek übernimmt Patenschaft für Männerwohnheim

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Zum Ledigenheim hat Justizsenatorin Schiedek zudem eine besondere Beziehung: Sie hat lange in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt. „Das Klima im Haus hat sich schon sehr verbessert“.

Neustadt. Es ist eine Geste, die Antje Block und Jade Jacobs hoffen lässt: Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) hat die Patenschaft für deren Stiftung übernommen. Wie berichtet, möchten die beiden das Männerwohnheim an der Rehhoffstraße dem dänischen Besitzer abkaufen und in ein Wohnprojekt umwandeln.

Das Vorhaben, das Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) einmal das „spannendste Projekt in Mitte“ nannte, wird von dem Investor selbst, der Stadt sowie zahlreichen Institutionen und Einzelpersonen unterstützt. Bislang ist es Block und Jacobs jedoch nicht gelungen, genug Spenden für den Kauf einzutreiben. „Jana Schiedek ist eine sehr charismatische Person“, finden sie. „Sie hat als Justizsenatorin viel mehr Möglichkeiten als wir, sich für das Projekt einzusetzen.“

Dass Senatoren eine einjährige Patenschaft für neu gegründete Stiftungen übernehmen, hat in Hamburg Tradition. Zum Ledigenheim hat Justizsenatorin Schiedek zudem eine besondere Beziehung: Sie hat lange in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt. „Ich finde es großartig, mit welcher Leidenschaft sich Frau Block und Herr Jacobs für das Projekt einsetzen“, sagt sie. „Sie wollen sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen nicht abfinden, sondern selber gestalten. Dabei zeigen sie, dass man mit wenig Mitteln und viel Engagement einiges bewegen kann.“

Tatsächlich haben die beiden Projektverantwortlichen mit dem dänischen Eigentümer bereits etliche Veränderungen ausgehandelt: Sie haben Mitspracherecht bei den Ein- und Auszügen, ein Sozialarbeiter wurde eingestellt, und die Putzfrau kommt jetzt täglich statt einmal in der Woche. „Das Klima im Haus hat sich schon sehr verbessert“, sagen die beiden. Mittlerweile gebe es unter den Bewohnern – meist Seemänner, Monteure und Obdachlose – auch Studenten und Auszubildende. Zwei Millionen Euro soll das 112-Zimmer-Haus kosten. Für den Kauf hat die Stiftung aber erst 200.000 Euro beisammen. Für die Finanzierung der Sanierung dagegen haben schon verschiedene Spender zugesagt.

( (fru) )

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