Kripo ermittelt

Gebetsteppiche an der HAW Hamburg in Brand gesteckt

Studierende und Mitarbeiter der HAW Hamburg sind geschockt: Innerhalb von zwei Wochen brannten gleich zweimal Gebetsteppiche muslimischer Studenten. Der Asta spricht von Rassismus-Problem, die Uni weist die Vorwürfe zurück.

Hamburg. Ein kürzlich ausgelöster Feueralarm an der HAW Hamburg sorgt zurzeit für reichlich Gesprächsstoff unter den Studierenden und Mitarbeitern. Im Keller des Campus am Berliner Tor ist ein Karton in Brand geraten, in dem sich mehrere Gebetsteppiche befunden haben. Die Feuerwehr musste anrücken und den Brand löschen, die Polizei geht von Brandstiftung aus. Es ist nicht das erste Mal an der HAW, dass Gebetsteppiche brannten.

Bereits Anfang Juni sollen Gebetsteppiche angezündet worden sein. Das Feuer wurde jedoch von einer Uni-Mitarbeiterin rechtzeitig erkannt und gelöscht. Seitdem verwahrte der Hausmeister die Gebetsteppiche und gab sie bei Bedarf an die muslimischen Studierenden heraus. Einen Gebetsraum und damit einen Ort, an dem die Teppiche sonst hätten verwahrt werden können, gibt es nicht. „Zu wenig Platz“, heißt es vonseiten der Uni. „Nicht erlaubt“, dagegen laut Stellungnahme des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA): „Seit mehreren Jahren ist es gläubigen Studierenden aller Konfessionen untersagt, einen Gebetstraum zu gestalten und zu nutzen.“ Deswegen sei der Kellergang als Ort für Gebete genutzt worden.

So auch Mitte Juni, als es bereits zum zweiten Mal an der HAW brannte. Für den AStA steht deshalb fest, dass es sich nicht um einen Zufall handelt: „Wir vom AStA der HAW Hamburg werten das Anzünden der Gebetsteppiche als einen antimuslimischen Rassismus, dem wir an der HAW Hamburg und in der Gesamtgesellschaft mit aller Kraft entgegen treten werden“, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Ähnlich entschlossen zeigt sich auch die HAW Hamburg: „Wir sind alle geschockt von dem Vorfall. Die HAW Hamburg versteht sich als ein neutraler Lernstandort, offen für alle Konfessionen. Deshalb werden wir uns auch mit den Betroffenen in Gesprächen auseinandersetzen“, sagt Katharina Jeorgakopulos, Sprecherin der HAW Hamburg. Die Vorwürfe, die Uni habe ein Rassismus-Problem, kann sie allerdings nicht nachvollziehen: „Bislang haben wir keine Probleme in diese Richtung gehabt. Sollten die Ermittlungen der Kripo derartiges ans Licht bringen, werden wir uns damit aber natürlich auseinandersetzen.“ Bis dahin wolle die Uni die Ergebnisse allerdings erst einmal abwarten.

Die HAW Hamburg verzeichnet mehr als 16.000 Studenten, davon sind 13,6 Prozent ausländische Studierende aus 110 Nationen.