Verkehr in der Neustadt

Gänsemarkt wird monatelang zur Einbahnstraße

Die Arbeiten für die Busbeschleunigung sorgen für Verkehrsbehinderungen bis Ende Juni. Die betroffenen Straßen gehören zu den Hauptverkehrsknotenpunkten in der Innenstadt.

Hamburg. Die Busbeschleunigung erreicht jetzt auch die Innenstadt. Autofahrer, Anlieger und Hochbahn-Kunden müssen sich wegen der Bauarbeiten vom 13. April an bis Ende Juni auf massive Einschränkungen einstellen. Der Gänsemarkt wird nach Abendblatt-Informationen zwischen dem Neuen Jungfernstieg und der Drehbahn in Richtung Stephansplatz zur Einbahnstraße. Der Valentinskamp ist bis zum 23. Mai voll gesperrt, danach wird die Straße wieder freigegeben, aber bis Ende Juni ist nur das Rechtsabbiegen in die ABC-Straße und nicht auf den Gänsemarkt möglich.

Die von den Bauarbeiten betroffenen Straßenzüge gehören zu den Hauptverkehrsknotenpunkten in der Innenstadt. Aus der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation heißt es: „Bei der Planung haben wir immer alle Verkehrsteilnehmer im Blick. Auch für die städtebauliche Situation erreichen wir viele Verbesserungen“, so Sprecherin Susanne Meinecke.

Das Busbeschleunigungsprogramm, in das die Stadt bis 2020 etwa 259 Millionen Euro investieren will, soll dafür sorgen, dass Busse im Stadtverkehr schneller vorankommen und dadurch mehr Fahrgäste befördert werden können. Bis 2016 sollen zunächst neun Buslinien optimiert werden, bis 2020 insgesamt 14 Linien.

Immer wieder kommt es zu Protesten von Bürgern und Politik gegen die Umbaupläne im Zuge der Busbeschleunigung, zuletzt am Mühlenkamp in Winterhude. Die Anlieger am Gänsemarkt werden an diesem Donnerstag in der Handelskammer über die Planungen informiert.

Auch die Fahrgäste mehrerer Buslinien, darunter die Metrobuslinie 5, sind während der Bauarbeiten vom 10. April bis Ende Juni betroffen: In Richtung ZOB entfällt die Haltestelle am Gänsemarkt. Die Busse werden am Stephansplatz in die Esplanade umgeleitet und erhalten hier eine Ersatzhaltestelle. Von dort aus geht die Fahrt über die Esplanade auf den Neuen Jungfernstieg und dann wieder auf den alten Linienweg am Jungfernstieg. In der zweiten Bauphase ab dem 24. Mai bis Ende Juni entfällt auch stadtauswärts die Haltestelle Gänsemarkt, die Fahrgäste müssen auf die Haltestelle Stephansplatz ausweichen. Immerhin 8500 Fahrgäste nutzen werktags die Haltestellen am Gänsemarkt.

„Nach Abschluss der Bauarbeiten wird es neben der Kapazitätssteigerung auf den Buslinien auch zahlreiche Verbesserungen vor Ort geben“, sagt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. So würden die Bordsteine erhöht und dadurch das Ein- und Aussteigen erleichtert. Außerdem halte der Bus künftig auf der Fahrbahn, so gebe es keine Behinderungen durch Lieferverkehr und Falschparker mehr, so Kreienbaum. Die Busse erhalten künftig Vorrang an den Ampeln. Das Linksabbiegen aus der Straße Gänsemarkt in die ABC-Straße ist nicht mehr möglich.

Zudem wird die Fahrbahn erneuert und der Gehweg auf der Nordseite vor den Gänsemarktpassagen verbreitert. Der Radfahrstreifen wird auf die Fahrbahn gelegt. Radfahrer werden damit künftig auf einer eigenen Spur vom Jungfernstieg bis zum Stephansplatz geführt.