Straßenverkehr

Fahrplan: So wird der Elbtunnel im Frühjahr zum Nadelöhr

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Jens Meyer-Wellmann

Vom 23. März an wird der Asphalt der vierten Röhre komplett erneuert. Zahlreiche Großbaustellen auch im Hamburger Westen erfordern von Autofahrern in den nächsten Monaten jede Menge Geduld.

Hamburg. Autofahrer im Norden müssen, wenn sie den Elbtunnel nutzen, in den kommenden Monaten wieder viel Geduld aufbringen. Von Ende März bis Mitte Juli werden umfangreiche Bauarbeiten den Verkehrsfluss massiv behindern. Grund ist die Sanierung der 2002 eröffneten vierten Tunnelröhre. Das enorme Verkehrsaufkommen von durchschnittlich mehr als 110.000 Fahrzeugen täglich und die harten Winter der vergangenen Jahre hätten die Fahrbahndecke so stark geschädigt, dass diese nun komplett erneuert werden müsse, sagte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) am Montag in der Leitzentrale des Elbtunnels.

Zeitgleich muss die fast 4,3 Kilometer lange „Hochstraße Elbmarsch“ südlich des Tunnels saniert werden. Diese Hochbrücke ist Teil der A 7 und führt über die Elbmarsch mit Industrie- und Hafenanlagen. Auf der Nordseite wird parallel die Fahrbahn bis etwa 700 Meter vor der Tunneleinfahrt erneuert. Man wolle alle Sanierungen miteinander koordinieren, um bis zum Sommer durch zu sein, sagte Staatsrat Rieckhof.

Beginn der Bauarbeiten ist der 23. März. Bis zum 16. April wird dann zunächst die erste Röhre gesperrt, so dass Richtung Norden zwei und Richtung Süden drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Von Gründonnerstag bis zum 9. Mai werden die Sperrungen zunächst aufgehoben. Richtig eng wird es vom 10. Mai bis 4. Juni. Dann werden die dritte und die vierte Röhre komplett gesperrt, so dass je Richtung nur zwei Spuren zur Verfügung stehen. Über Pfingsten vom 5. bis 9. Juni werden die Sperrungen wegen des erwarteten Feiertagsverkehrs erneut aufgehoben. Dafür werden dann in einem letzten Bauabschnitt zwischen dem 10. Juni und dem 11. Juli noch einmal die zweite und die dritte Röhre gesperrt, so dass wieder nur zwei Fahrstreifen je Richtungen zur Verfügung stehen.

Die Wirtschaftsbehörde rechnet mit erheblichen Behinderungen. „Wir rufen deswegen alle Pendler auf, wenn es ihnen irgend möglich ist, für die vier Monate der Bauarbeiten auf den HVV umzusteigen“, sagte Verkehrsstaatsrat Rieckhof. Wirtschaftssenator Frank Horch sagte: „Der in diesem Jahr beginnende Autobahnausbau zwischen dem Elbtunnel und dem Bordesholmer Dreieck wird trotz aller denkbaren Vorkehrungen Auswirkungen auf den Verkehr haben. Umso wichtiger ist es, dass der Elbtunnel vorher in einem optimalen Zustand versetzt ist. Der Termin ist so gewählt, dass zum Start der Sommerferien im Wesentlichen alles erledigt ist.“

Verschärft werden könnte die Verkehrssituation in den kommenden Monaten durch weitere Baustellen auf Autobahnen in und um Hamburg – und durch Großbaustellen im Westen der Stadt. So werden die drei Fahrspuren der Autobahn zwischen Stellingen und Volkspark ab Anfang Mai wegen Brückenbauarbeiten verengt. Dasselbe gilt zwischen dem Dreieck Nordwest und der Ausfahrt Schnelsen, wo die zwei Fahrspuren wegen Brückenbauarbeiten voraussichtlich ab Juni verengt werden.

Hinzu kommen zahlreiche Großbaustellen auf Hauptverkehrsstraßen im Hamburg Westen, die mit dem bevorstehenden Ausbau und der Überdeckelung der A7, dem Busbeschleunigungsprogramm und mit notwendigen Fahrbahnsanierungen zusammenhängen. So wird es bis zum Sommer Behinderungen an folgenden Straßenzügen geben: Oldesloer Straße/Schleswiger Damm, Eidelstedter Platz, Koppelstraße, Köhlbrandbrücke, Kollaustraße, Lokstedter Steindamm und Hoheluftchaussee.

Eine der größten anstehenden Baumaßnahmen ist der Umbau der Kreuzung Kieler Straße/Sportplatzring, der bereits am 1. März beginnt. „Ziel ist es, den Verkehr besser abzuwickeln und Staus zu minimieren“, so die Behörde. Um den Verkehr auch während der Bauzeit aufrechterhalten zu können, würde die Arbeiten in zehn Teilprojekten nacheinander umgesetzt. Über die einzelnen Phasen und die jeweilige Verkehrsführung informiert die Behörde im Internet unter www.hamburg.de/bwvi/medien/kieler-strasse-sportplatzring/.

Das Linksabbiegen aus der Volksparkstraße in die Kieler Straße ist demnach vom 1. März bis Oktober nicht möglich. Ausnahme: Nach HSV-Heimspielen soll das Linksabbiegen hier jeweils in Absprache mit der Polizei erlaubt werden. Phasenweise wird auch das Abbiegen aus der Kieler Straße in die Volksparkstraße, aus der Volksparkstraße rechts in die Kieler Straße und aus der Kieler Straße rechts in den Sportplatzring nicht möglich sein. In der Nacht des 2. März 2014 in der Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr wird die Kieler Straße stadteinwärts zwischen der Anschlussstelle Stellingen und dem Sportplatzring voll gesperrt zur Demontage der Verkehrszeichenbrücke.

Alle aktuellen und in Kürze anstehenden Bauarbeiten lassen sich im Internet auf der Seite http://www.hamburg.de/baustellen abrufen.

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