Schüler machen Zeitung

Es geht nicht um den Tod – es geht um das Heute

Wie ist es, wenn kranke Kinder sterben? Eine Schülerin sucht Antworten im Kinderhospiz

Bei einem Kinderhospiz denkt jeder an Trauer und Tod. Es geht aber um viel mehr. Das Kinderhospiz Sternenbrücke betreut Kinder für vier Wochen im Jahr auf ihrem Krankheitsweg, um betroffenen Familien Entlastungs- und Erholungsphasen zu ermöglichen. Das Hospiz begleitet die Familie auf dem letzten Lebensweg ihres Kindes im Sterbeprozess. Die Mitarbeiter wollen eigentlich alle Wünsche der Kinder, der Eltern und der Geschwister erfüllen. Also ist der Alltag meist fröhlich. Es wird gemalt, gebastelt, gesungen und gespielt. Das Schwimmbecken mit einer Trage, die ins Wasser gelassen werden kann, ermöglicht den teils schwer behinderten Kindern, mit ihrer Familie im engen Kontakt zu stehen. In der Zeit, in der die Eltern sich erholen, kümmern sich die Betreuer um die Kinder. Manchmal sind die Kinder traurig, aber nicht, weil sie krank sind, sondern weil sie sich große Sorgen um ihre Eltern und ihre Geschwister machen.

Im Kinderhospiz gibt es etwa 80 Hauptberufliche, die dort arbeiten, und genauso viele Ehrenamtliche. Darunter sind Krankenschwestern, Ärzte, Pädagogen, Sozialarbeiter und Trauerbegleiter. Wenn festgestellt wird, dass ein Kind endgültig die Kraft zum Leben verliert, steht der Familie rund um die Uhr eine Pflegekraft zur Seite. Wenn das Kind gestorben ist, wird im Eingang vom Kinderhospiz eine Kerze angezündet. Somit weiß jeder, dass ein Kind im Himmel seinen Platz gefunden hat. Es wird vom Kind Abschied im Garten der Erinnerung genommen. Ein kleiner Bronze-Engel wird dem Kind in die Nähe gelegt, er soll das Kind beschützen. Mehrere Tage kann man noch von dem Kind Abschied nehmen, da ein Sterbebett mit Kühlfunktion vorhanden ist.

Auf der Homepage gibt es eine Liste mit Dingen, die das Kinderhospiz braucht

In der Zeit bis zur Beerdigung verschönern die Familien und Freunde den Sarg des verstorbenen Kindes. In den Sarg werden viele Sachen mit hineingelegt, wie zum Beispiel Kuscheltiere. Wie geht es den Mitarbeitern, die sich über Jahre um sterbende Kinder und deren Familien kümmern? Ist das ein trauriger Beruf? „Nein ist es nicht“, sagt Pressesprecherin Christiane Schüddekopf. Sie freut sich, im Hospiz arbeiten zu dürfen, weil es gerade auch darum geht, einem Kind helfen zu leben und Spaß am Tag zu haben. Daher nimmt sie auch nicht nur die ganze Trauer mit nach Hause, sondern den Spaß, den sie am Tag mit den Kindern hatte. Da das Hospiz kein Geld von den Familien verlangt, finanziert es sich auch über Spenden. Jeder einzelne Euro zählt. Täglich kostet die Pflege eines Kindes im Hospiz Sternenbrücke 890 Euro. Die Hälfte davon übernimmt die Krankenkasse. Jede Spende hilft dem Hospiz weiter. Auf der Homepage gibt es unter www.sternenbruecke.de eine Wunschliste mit Dingen, die das Hospiz braucht.