Menschlich gesehen

Wilde Zeiten

Es hat gedauert, bis Lars Warnke, 44, angekommen ist. Die einzige Konstante in seinem Leben sind die Schlangen, die er schon von Kindesbeinen an züchtete und heute gern mehr in seine „Wilde Zeiten Naturschule“ in Volksdorf einbringen würde. Sie sind so schön schnell und elegant. Aber ohne Anschlüsse für Gas, Strom und Telefon, um die er derzeit kämpft, muss die Tierhaltung in der Schule noch warten.

Erst war Warnke Maler und Lackierer, später Vollzugsbeamter beim Bundesgrenzschutz, dann Erzieher und schließlich Natur- und Wildnispädagoge. Er selbst hat seinen Weg erst durchs „Erleben“ gefunden. Und er glaubt daran, dass es sich am besten lernt, wenn der ganze Mensch bei der Sache ist und mit Haut und Haar zu begreifen versucht. Was der Lehrer an die Tafel schreibt, findet bloß den Weg ins Kurzzeitgedächtnis und geht verloren.

Beharrungsvermögen und Ausdauer zeichnen ihn aus, sagt er. Von Sturheit spricht seine Frau Alexandra, 40, nur, wenn sie ihn mal liebevoll auf den Arm nimmt. Die Naturschule mit den Standorten Volksdorf und Ahrensburg machen sie gemeinsam. Auch Sohn Nikolai , 14, liebt neben seinem PC die Natur. Obwohl er als Baby die Giftschlangen aus der Familie verdrängt hat. „Das war mir dann doch etwas heikel“, sagt Warnke, dessen Leben mit Familie und Naturschule restlos ausgefüllt ist. Nur für eine weitere Leidenschaft hat er immer Zeit: Schokolade.