Hamburger Start-up-Unternehmen

Budnikowsky testet neues Handy-Bonussystem

Smartphone-Nutzer sollen Prämienpunkte schon beim Betreten einer Drogeriefiliale sammeln. “Dem Einzelhandel eröffnen sich dadurch zahlreiche neue Wege, um mit dem Kunden zu kommunizieren.“

Hamburg. Im Vorbeigehen Treuepunkte sammeln oder Sonderangebote erhalten: Das Hamburger Start-up-Unternehmen Yoints will auf der Basis von Apples iBeacon-Technik ein neues Bonussystem für Smartphones in Deutschland auf den Markt bringen. Tests mit der Drogeriekette Budnikowsky sollen Anfang kommender Woche starten, sagte Yoints-Geschäftsführer Ivan Yagodin dem Abendblatt. Die Hamburger Kette selbst war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In Verbindung mit einer Smartphone-App hätten sogenannte iBeacons ein gewaltiges Potenzial, sagte Yagodin. Nähert sich ein aktiviertes Smartphone dem kleinen Funksender in einem Laden, erhält das Telefon Informationen etwa über aktuelle Sonderangebote oder Bonuspunkte. „Dem Einzelhandel eröffnen sich dadurch zahlreiche neue Wege, um mit dem Kunden zu kommunizieren und ihn auf neue Produkte hinzuweisen“, sagte Yagodin. In einigen Monaten will das vor rund einem Jahr gegründete Unternehmen die Technologie, die auch auf der Messe Cebit in Hannover gezeigt wird, bei fünf bis sechs weiteren Händlern installieren.

Budnikowsky erlaubt das Bonuspunktesammeln mit einer eigens von Yoints entwickelten Smartphone-App schon seit einigen Monaten. Bislang können die Kunden die Punkte aber nur über das Scannen eines sogenannten QR-Codes im Eingangsbereich und von Strichcodes besonders beworbener Aktionsprodukte erhalten. Durch die künftig installierten iBeacons sollen die Verbraucher nun schon beim Betreten einer Filiale – quasi automatisch – die ersten Punkte erhalten, die sich dann später gegen einen Einkaufsgutschein eintauschen lassen.

Bei den iBeacons handelt es sich um kleine Funksender, etwas größer als eine Streichholzschachtel, die über den neuen Bluetooth-Standard 4.0 Informationen an mobile Geräte senden. Bislang setzt Apple die Technik in seinen Apple Stores in den USA ein, auch die Handelskette Macy's nutzt iBeacons seit Kurzem in ihren Flaggschiff-Läden in New York und San Francisco. Der Bezahldienst PayPal kündigte eigene Beacon-Geräte auf ähnlicher technischer Basis an.

Die Hamburger Firma Yoints hat Software und Hardware für die Funktechnologie auf Basis des Apple-Systems selbst entwickelt und lässt die nötigen Sender nun in Fernost fertigen. Hinter dem Unternehmen stehen große Kapitalgeber, die Chefs verfügen nach eigenen Angaben über langjährige Erfahrungen in der Start-up- und Internetbranche. Geschäftsführer Yagodin arbeitete zuvor unter anderem für die Berliner Internetschmiede Rocket Internet, die hinter der Expansion des Onlinehändlers Zalando steckt.

Datenschutzrechtliche Bedenken gibt es laut Yagodin bei der Einführung der iBeacons-Technologie bislang nicht. Das Unternehmen erhalte alle Informationen nur in anonymisierter Form, könne also keine Nutzerprofile einzelner Kunden erstellen.