Elektroautos

Hamburg prüft Nutzung von Laternen als Stromtankstellen

Eine neue Technik soll die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in der Hansestadt fördern. Derzeit wird geprüft, ob sich Straßenlaternen als Ladestationen für mit Strom betriebene Fahrzeuge eignen.

Hamburg. Der Hamburger Senat geht einer neuartigen Ladetechnik für Elektroautos nach. Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) prüft derzeit, ob Straßenlaternen künftig als Stromtankstellen genutzt werden können. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des Vizepräsidenten der Hamburgischen Bürgerschaft, Wieland Schinnenburg (FDP), hervor.

Um eine Straßenlaterne in eine Ladestation für Elektrofahrzeuge umzurüsten, ist eine Steckdose erforderlich, die sich in den Mast integrieren lässt. Laut Schinnenburg eine günstigere Lösung als die Installation einer herkömmlichen Ladesäule. Normalerweise rechnet der Senat mit 2000 bis 15.000 Euro Kosten pro Ladepunkt - je nach Systemlösung. Die Umwandlung einer normalen Laterne in eine Stromtankstelle würde dagegen nur wenige Hundert Euro kosten.

„Wenn der Senat die Elektromobilität wirklich fördern will, sollte er sofort dafür sorgen, dass auch in Hamburg Straßenlaternen als Stromtankstellen ausgerüstet werden“, sagte Schinnenburg dem Abendblatt.

Durch die Umrüstung der Straßenlaternen könnten laut Schinnenburg mit geringem Aufwand in kurzer Zeit zahlreiche Stromtankstellen geschaffen werden. Bisher sei vor allem die geringe Anzahl an Ladestationen – 138 gibt es davon derzeit in Hamburg – ein Hindernis zur Verbreitung von Elektroautos. Dadurch, dass die Laternen-Variante deutlich günstiger sei, könne man die Zahl der Ladeplätze hamburgweit schnell erhöhen. Laut Schinnenburg wäre es dann nicht mehr nötig, Extraparkplätze für Elektrofahrzeuge einzurichten, die regulären Parkraum blockierten.

Vonseiten des Senat wird Interesse signalisiert. Aus der Antwort auf die Kleine Anfrage geht hervor, dass man Ansätze aus Berlin, Köln und Frankfurt verfolge, wo die Umrüstung von Laternen bereits im Rahmen von Pilotprojekten getestet wird.

„Die BWVI ist sehr bestrebt, die Elektromobilität in Hamburg attraktiver zu machen“, sagte Sprecherin Susanne Meinecke. Die BWVI rechnet damit, dass die Prüfung des Projekts im Frühjahr abgeschlossen ist.