Kritik an geplanter Busbeschleunigung für Lange Reihe

1,5 Millionen Euro für zwei Minuten Zeitersparnis. Ampel an Schule soll abgebaut werden

St. Georg. Bushaltestellen am Fahrbahnrand statt in Haltebuchten, weniger Ampeln und dafür Mittelinseln, die den Fußgängern das Überqueren der Straße erleichtern sollen, und ein Kreisel, für den sieben Bäume gefällt werden müssen: Das Busbeschleunigungsprogramm des Senats für die Metro-Buslinie 6 sieht etliche Veränderungen für die Lange Reihe vor. Am Dienstagabend sind sie bei einer öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses Hamburg-Mitte vorgestellt worden, zu der rund 150 interessierte Anwohner gekommen waren.

Nachdem die Verantwortlichen des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), des HVV und des Planungsbüros das Projekt vorgestellt hatten, äußerten die Bewohner Kritik. Moniert wurde unter anderem, dass ausgerechnet Fußgängerampeln in der Nähe einer Schule und eines Seniorenwohnheims abgebaut werden sollen. Und dass durch das Halten auf der Fahrbahn ein Dauerstau entstehen könnte, der Lärm und Abgase produziere. Auch die Frage nach der wirtschaftlichen Verhältnismäßigkeit wurde gestellt; rund 1,5 Millionen Euro kosten die zwei Minuten Zeitersparnis.

Ob die Busse überhaupt schneller fahren könnten, wollte Martin Streb vom Bürgerverein St. Georg wissen. Die Busse würden sicher oft durch Radfahrer auf der Straße aufgehalten, die sie wegen der Mittelinseln nicht überholen könnten. „Die Busbeschleunigung an der Langen Reihe muss neu überdacht werden“, fordert Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Mitte. Susanne Buhl (SDP), Vorsitzende des Verkehrsausschusses, will dem Gremium die Kritik der Anwohner vorstellen. Änderungen an dem Konzept seien noch möglich, sagte sie.