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Real will Aldi mit neuer Billigmarke Konkurrenz machen

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Auch in den drei Hamburger Real-Märkten werden Säfte, Nudeln, Toilettenpapier und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs noch günstiger angeboten als bei Aldi, Lidl & Co. Handelsexperten erwarten Preiskrieg.

Hamburg. Mit einer neuen Billigmarke will die SB-Marktkette Real dem Discount-Marktführer Aldi Konkurrenz im Kampf um die niedrigsten Preise machen. Auch in den drei Hamburger Real-Filialen in Farmsen, Lurup und am Berliner Tor stehen neuerdings knapp 20 knallgelb verpackte Produkte des täglichen Bedarfs in den Regalen. Real wirbt dafür mit dem Slogan „Ohne Schnickschnack. Ohne teuer“. Dabei muss der Kunde allerdings auch Abstriche bei der Qualität hinnehmen.

„Es ist durchaus möglich, dass Real damit einen Preiskrieg in Deutschland auslöst, wie wir ihn seit Jahren nicht mehr gesehen haben“, sagt Handelsexperte Matthias Queck vom Beratungsunternehmen Planet Retail.

Die „Preisbrecher“ stehen zur Zeit gut sichtbar platziert an prominenten Stellen in den über 300 Real-Supermärkten in Deutschland. Knapp 20 Artikel: Fruchtsäfte, Nudeln, Toilettenpapier und Wurst, aber auch Socken und Glühbirnen. Statt eines Markennamens tragen sie nur die Produktbezeichnung.

Bei der Qualität ist „Raum nach unten“

„Die Discounter haben ihre Qualität immer weiter nach oben geschraubt, so dass darunter wieder Raum ist“, begründete Real-Chef Didier Fleury nach Angaben des Fachblattes „Lebensmittel Zeitung“ die Preisoffensive. Diese Marktlücke will Real jetzt besetzen. Kargheit ist dabei Programm. Das No-Name-Multivitamin-Fruchtsaftgetränk kostet in der 1,5 Liter-Packung bei Real nur 0,79 Euro, hat aber auch nur einen Fruchtgehalt von 12 Prozent. Zum Vergleich: Aldi Nord kassiert für einen Liter Multivitaminsaft 0,95 Euro. Dafür bekommt der Kunde aber auch 100 Prozent Fruchtsaft. Real bietet 2-lagiges Toilettenpapier (8 x 250 Blatt) für 1,88 Euro, während Aldi 3-lagiges 8 x 200 Blatt) für 1,95 Euro verkauft.

Dass es einen Markt für superbillige Produkte gibt, glaubt auch Handelsexperte Queck. „Es gibt Haushalte in Deutschland, für die selbst der Einkauf im Discounter eine finanzielle Herausforderung darstellt. Es gibt eine Klientel, die noch billiger einkaufen muss“, sagt er.

Experten erwarten Reaktionen von Aldi und Lidl

Doch sieht er in dem Vorstoß von Real auch ein Wagnis. Aldi, Kaufland und Co ließen sich garantiert nicht auf der Nase herumtanzen. „Wenn das ein Erfolg wird, muss Real mit scharfen Reaktionen rechnen“, meint der Branchenkenner.

Wolfgang Linnekogel vom Hamburger Einzelhandelsverband sieht das ähnlich. Er erwartet, dass Aldi und Lidl ebenfalls noch billigere Produkte einführen werden, sollte sich die neue Billiglinie bei Real als erfolgreich erweisen. „Da gäbe es mit Sicherheit ein Echo“, sagt er. „Wenn denen die Kunden weglaufen, werden die natürlich reagieren.“

Handelsexperte Queck verweist darauf, das Aldi in anderen Ländern – etwa in Großbritannien – auch Waren im Programm habe, die preislich wie qualitativ unterhalb der in Deutschland angebotenen Produkte lägen, weil der Wettbewerb das Unternehmen dazu gezwungen haben.

Bisher reagieren Aldi Süd und Lidl allerdings zurückhaltend, vielleicht auch weil Real kein wirklich großer Spieler auf dem deutschen Lebensmittelmarkt ist. „Wir beobachten natürlich den Markt und nehmen die Veränderungen wahr. Letztlich liegt jedoch die Kaufentscheidung beim Kunden“, heißt es bei Lidl. Aldi will zu „unternehmensstrategischen Planungen keine Auskunft geben“.

Real jedenfalls hat mit der neuen Produktlinie noch einiges vor. Unternehmenssprecher Markus Jablonski kündigt an: „Das können am Ende 200 Produkte werden oder 2000. Darüber entscheiden letztlich unsere Kunden. Auf jeden Fall soll es nicht bei den knapp 20 Produkten bleiben, die derzeit im Angebot sind.“

( (Erich Reimann, dpa/HA) )

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