Stadtreinigung

Der Winterdienst ist startklar – so funktioniert‘s

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Die Stadtreinigung Hamburg hat am Montag eine neue Salzhalle in Betrieb genommen. Laut Geschäftsführer Rüdiger Siechau ist die Hamburger Stadtreinigung gut auf den ersten Kälteeinbruch vorbereitet.

Hamburg. Der Winter kann kommen – zumindest wenn es nach der Stadtreinigung Hamburg geht. Alle Streufahrzeuge, Streuaufsätze und Schneepflüge wurden technisch geprüft, die Winterdiensttourenpläne aktualisiert und überarbeitet und die Probeläufe abgeschlossen, teilte SRH-Geschäftsführer Rüdiger Siechau am Montag mit. „Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist für die Winterdienstsaison bestens gerüstet“, sagte Siechau.

Am Morgen hatte die Stadtreinigung ihre neue Salzhalle in Betrieb genommen. „Unsere neue Salzhalle bietet Platz für bis zu 10.000 Tonnen Streusalz. Zusammen mit dem Salz in 14 Silos und in sechs kleineren Lagerhallen bevorratet die Stadtreinigung 17.000 Tonnen Streusalz. Das reicht auch für einen harten Winter““, so Siechau. Erstmals in dieser Wintersaison informiert die Stadtreinigung auch mit dem Internetdienst Twitter über laufende Streueinsätze.

Die Stadtreinigung sichert neben knapp 3.400 Kilometer Streustrecke auf verkehrswichtigen Fahrbahnen zusätzlich rund 650 Kilometer auf verkehrswichtigen Gehwegen ohne Anlieger. Das sind beispielsweise Gehwege auf Brücken, verkehrswichtige ausgewählte Gehwege an Wasserläufen, an land- und forstwirtschaftlichen Flächen, an und in Grünanlagen oder Gehwegverbindungen zu Haltestellen von U- und S-Bahn und HVV-Bussen, außerdem 4.000 Bushaltestellen (rund 100 km) und 150 Streukilometer auf einem ausgewählten Netz von Radwegen.

Auch das zentrale Beschwerdemanagement für den Winterdienst liegt in den Händen der SRH: Wege und Flächen, auf denen die Winterdienstpflicht nur ungenügend oder gar nicht wahrgenommen wurde, können die Hamburger der Stadtreinigung telefonisch unter der Winterdienst-Hotline Tel. 25 76 13 13 melden.

Und so funktioniert der Winterdienst:

Einsatzzentrale: Rund um die Uhr besetzt

Die Einsatzzentrale des Winterdienstes der Stadtreinigung Hamburg ist ab sofort bis zum 31. März 2014 rund um die Uhr besetzt. Von hier aus hält die Stadtreinigung Kontakt mit Polizei und HVV, überwacht das Wettergeschehen und koordiniert die Streueinsätze.

Rufbereitschaften: Schon mittags an die kommende Nacht denken

Auf Grundlage der Vorhersagen der Wetterdienste, der Daten der eigenen neun Glättemeldeanlagen und der eigenen „Wärmekarte“ für die Voraussagen zu Fahrbahntemperatur und Fahrbahnzustand wichtiger Hamburger Straßen gibt die Stadtreinigung mittags eine Rufbereitschaft für die Einsatzkräfte heraus. Diese sind dann innerhalb der Rufbereitschaftszeiten per Handy oder „Pieper“ zu jeder Zeit erreichbar.

Sofortruf-Fahrer für gefährlich glatte Stellen

Zwölf sogenannte „Sofortruf“-Fahrer sichern bei Bedarf örtlich glatte Stellen auf Fahrbahnen, die die Polizei meldet. Hinzu kommen die sechs „Sofortruf“-Fahrer, die sich um die Meldungen glatter Stellen auf Gehwegen ohne Anlieger, Bushaltestellen und Radwegen kümmern.

Fahrbahnen: Sichere Fahrt auf knapp 3.400 Kilometern

Wird es stadtteil- oder hamburgweit glatt, sichern 105 Einsatzkräfte mit ebenso vielen Fahrzeugen zunächst wichtige Hauptverkehrsstraßen, Strecken mit Buslinienverkehr (2.680 Kilometer) und 1.500 Busbuchten. Danach werden die Verbindungsstrecken zwischen diesen Straßen gesichert (rund 710 km). Bei Glatteis und überfrorener Nässe wird Feuchtsalz gestreut. Wird es kurz vor oder während der Hauptverkehrszeit glatt, streut die Stadtreinigung zunächst eine Auswahl der wichtigsten Straßen und danach die übrigen im Streuverzeichnis aufgeführten Fahrbahnen. Ein Streudurchgang dauert mindestens dreieinhalb Stunden, ist aber abhängig von Witterung und Verkehr, sodass von Einsatzbeginn normalerweise fünf Stunden vergehen, bis auch die letzte Fahrbahn des Streuplans gesichert ist.

„Zebrastreifen“ und Co: 9.100 Überwege vom Eis befreien

Gut 460 zusätzliche Einsatzkräfte beseitigen mit rund 120 Fahrzeugen Glätte und Schnee auf etwa 9.100 Fußgängerüberwegen („Zebrastreifen“ und unmittelbare Umgebung einschließlich Mittelinseln) manuell mit Schneeschiebern und mit einem Kies-Salz-Gemisch.

Verkehrswichtige Gehwegstrecken ohne Anlieger: 900 Kilometer mehr

Die Stadtreinigung sichert außerdem Zusatzstrecken ohne Anlieger mit feinkörnigem Kies. Bei diesen Zusatzstrecken (rund 650 km) handelt es sich z. B. um Gehwege auf Brücken, wichtige ausgewählte Gehwege an Wasserläufen, an land- und forstwirtschaftlichen Flächen, an und in Grünanlagen, Gehwegverbindungen zu Haltestellen der Öffentlichen Verkehrsmittel. Hinzu kommen 4.000 Bushaltestellen (rund 100 km) sowie 150 Streukilometer auf einem ausgewählten Netz von Radwegen. Etwa 130 Fahrzeuge und 350 Einsatzkräfte stehen für die Bearbeitung der Zusatzstrecken in den Startlöchern. Der Winterdienst auf Geh- und Radwegen erfolgt in der Regel maschinell, der Winterdienst an Bushaltestellen ist personalintensiv und vergleichbar mit dem Winterdienst auf Überwegen, wo mit einem Eimer und Schaufel manuell gestreut und Schnee manuell geschoben wird. Um lange Regiewege zu sparen, hat die SRH 50 mobile Silos für Kies im Hamburger Stadtgebiet aufgestellt.

Gehwege mit Anliegern: Winterdienst durch Anlieger

Schnee und Eis auf Gehwegen müssen in Hamburg die Anlieger entfernen. Das gilt ausnahmslos und überall in Hamburg von der kleinen Wohnstraße bis zur Fußgän-gerzone. Schnee muss sofort nach Ende des Schneefalls geräumt, Glätte unmittelbar nach Eintritt abgestreut werden (mindestens 1 m breit, bei starkem Fußgängerverkehr z. B. in Fußgängerzonen ggf. mehr, bei Eckgrundstücken bis zur Bordsteinkante). Auf Gehwegen dürfen keine Tausalze (z. B. Streusalz aus dem Baumarkt) verwendet werden. Auf Gehwegen dürfen Anlieger nur abstumpfende Stoffe wie zum Beispiel feinkörnigen Kies, Sand oder Splitt streuen. Bei Schneefall oder Glättebildung nach 20 Uhr hat der Anlieger für seinen „Winterdienst“ auf dem Gehweg Zeit bis morgens 8.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr. Die Bezirksämter überwachen die Räum- und Streupflicht der Anlieger auf Gehwegen. Über die Pflichten der Anlieger informiert die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt unter folgender Adresse im Internet: http://www.hamburg.de/winterdienst. Dort gibt es auch ein Informationsblatt zum Herunterladen.

Autobahnen und einige Bundesstraßen

Auf den Autobahnen des Hamburger Stadtgebietes, auf der Wilhelmsburger Reichsstraße, der Bergedorfer Straße und den Flughafenzubringern sind die Hamburger Autobahnmeistereien für den Winterdienst verantwortlich.

Fahrbahnen in Nebenstraßen

Einen Winterdienst auf den Fahrbahnen in Nebenstraßen leistet die Stadtreinigung im Regelfall weiterhin nicht. Nur in Ausnahmefällen und nur auf Meldung von Polizei, Feuerwehr und Verkehrsunternehmen streut eine Task Force der Stadtreinigung zur Gefahrenabwehr auch hier. Ähnlich wie in anderen Großstädten wie Berlin, Bremen, Hannover, Kiel und Münster konzentriert sich die Stadtreinigung bei der Sicherung von Fahrbahnen auf Hauptverkehrsstraßen und wichtige Verbindungsstraßen. Grund dafür sind die hohen Kosten und die fehlenden überzeugenden technischen Lösungen für einen Einsatz in den oft engen Nebenstraßen.

Tagesaktuelle Informationen zum Winterdienst, die Daten aller neun Glättemeldeanlagen der Stadtreinigung Hamburg, ein Wetterradar sowie die Einsatzplanung des Winterdienstes stehen für Interessierte online unter www.stadtreinigung-hh.de zur Verfügung. Dort gibt es auch das Verzeichnis aller Fahrbahnen von Straßen, die der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg bei Bedarf streut, zum Download. Erstmals informiert die SRH über aktuelle Einsätze auch bei Twitter.

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