Hamburg

Farbanschlag an der Großen Elbstraße

In der Nacht flogen Farbbeutel und Steine gegen die Fassade eines Nobel-Wohnturms an der Großen Elbstraße. Die Polizei vermutet Linksautonome hinter dem Anschlag. Zettelchen mit „Rote Flora bleibt“.

Hamburg. Die Aktion trägt die Handschrift der Rote-Flora-Aktivisten: In der Nacht zu Donnerstag flogen am Elbufer Farbbeutel und Steine gegen die Fassade des Nobel-Wohnturmes Kristall im Holzhafen. Die Polizei entdeckte Zettelchen mit Aufschriften wie „Rote Flora bleibt“. „Tenor der kleinen Botschaften ist ähnlich wie bei der Protestaktion vom vergangenen Dienstag“, sagte Polizeisprecher Holger Vehren. Daher gebe es mehrere Tatverdächtige. Der Staatsschutz ermittelt.

Anfang der Woche hatten die Aktivisten mit einer „autonomen Modenschau“ am Mittelweg in Pöseldorf gegen den befürchteten Verkauf des besetzten Hauses „Rote Flora“ in der Schanze demonstrieren.

In der autonomen Szene gibt es seit geraumer Zeit Aufregung um den möglichen Verkauf der maroden Immobilie am Schulterblatt. Sie befürchtet, dass der Eigentümer der Flora, Klausmartin Kretschmer, sich von der Immobilie trennen will. Angeblich habe er das Gebäude bereits vermietet, an den Geschäftsmann Gert Baer.

Mit Aktionen wie am Dienstag im teuersten Stadtteil Hamburgs, Pöseldorf, - und möglicherweise jetzt am Elbufer - wollen die Aktivisten auf den „Mietwahnsinn“ in der Hansestadt aufmerksam machen.

Bereits am Dienstag hatten die sie in einem Aufruf mögliche Anschläge angedeutet: "Etwas richtig platzierte Farbe wird sicher auch in Ihrem Umfeld auf Begeisterung stoßen und für Zustimmung sorgen."

Die Polizei vermutet nun, dass es sich bei dem Farbbeutelanschlag der Nacht um eine Mobilisierungsaktion für Sonnabend handelt. Die Organisation „Keine Profite mit der Miete“ ruft an dem bundesweiten Aktionstag für bezahlbaren Wohnraum auch in Hamburg zu einer Demonstration auf. Gegen 14 Uhr wollen die Aktivisten vom Millerntor durch die Schanze bis zum Tschaikowsky-Platz an den Messehallen ziehen.

( (brit) )

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